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ihn  Tag  und  Nacht,  daß  er  früher  oder  später  mit  dieser  schwer
beleidigten  Macht  den  Todeskampf  zu  ringen  haben  würde.  Sicherheit
  gegen  Oestreich  —  denn  nur  so  wollen  wir  vorläufig  es  nennen
und  später  von  ihm  erfragen,  ob  er  auch  ferner  wieder  Anderes  im
Sinne  gehabt  —  Sicherheit  gegen  Oestreich  war  der  Grundgedanke
seines  Wirkens,  Thuns  und  Strebens,  der  Gedanke,  der  sich  spiegelt
  in  den  wichtigsten  Ereignissen  seines  Lebens,  in  den  Bündnissen,
  die  er  mit  anderen  Mächten  erstrebt,  wie  in  den  geringsten
Cabinetsordres  über  Heer  und  Finanzen,  und  vor  allen  Dingen
in  den  schriftstellerischen  Ergüssen  des  Königs.  Wie  so  oft  die  Abneigung
  des  Gekränkten  gegen  den  Beleidiger  geringer  ist,  als  der
Haß  des  Beleidigers  wider  den  Gekränkten:  so  war  es  vor  allen
Dingen  hier.  Maria  Theresia  machte  kein  Hehl  aus  ihrer  Abneigung
  gegen  den  König  persönlich.  Wie  auch  sollte  sie  es?  Aber
sie  war  ihm  eben  nur  abgeneigt.  Der  Haß  Friedrichs  wurde  das
System  seines  Staates.  Er  gab  den  Kräften  desselben  die  Richtung,
  und  nur  diese  eine  Richtung.

Er  selbst  hat  Rußland  die  gefährlichste  Macht  genannt,  insbesondere
  für  den  preußischen  Staat.  Im  Westen  hatte  sein  Ahnherr,
  der  große  Kurfürst,  alle  Kräfte  aufgeboten  zur  Sicherung
gegen  den  Reichsfeind,  der  damals  unablässig  drohte.  Nicht  diese
Feinde  fürchtete  fortan  Friedrich.  Die  Werke  von  Geldern  ließ  er
schleifen.)  Niederwesel  war  stark  mit  einer  mächtigen  Citadelle.
Nur  diese  ließ  Friedrich  bestehen,  die  Werke  der  Stadt  mußten
fallen.  Gegen  Osten  ward  eine  Festung  nicht  erbaut.  Nur  im  Süden
meinte  Friedrich  das  Land  schützen  zu  müssen  gegen  die  deutsche  Macht,
gegen  Oestreich.  Nicht  weit  von  der  Grenze,  wo  die  Oder  in  das
preußische  Schlesien  fällt  und  kaum  erst  Schiffe  trägt,  lag  Kosel.

1)  Mlrabeau  u.  Mauv.  IV.  417.  Der  Uebersetzer  des  vierten  Bandes  ist
der  preußische  Offizier  v.  Blankenburg,  der  seine  Berichtigungen  in  der  Regel  gleich

in  den  Tert  hineingetragen  hat.
Klopp,  der  König  Friedrich  II.  10