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Friedrich  machte  daraus  einen  wichtigen  Platz.  Neisse  fand  er  in
ähnlicher  Weise  befestigt,  wie  einst  alle  deutsche  Städte  es  waren
durch  den  Fleiß  und  die  Kraft  ihrer  Bürger,  bis  der  dreißigjährige
Krieg  sie  brach.  Friedrich  ließ  an  der  Stelle,  wo  er  vorher  eine  vortheilhaft
  gelegene  Batterie  gegen  die  Stadt  errichtet,  das  starke  Fort
Preußen  erbauen.  Die  Stadt  Glatz  mit  ihren  zwei  Schlössern
beherrschte  die  ganze  Grafschaft.  Das  genügte  nicht  mehr.  Friedrich
  ließ  auf  dem  Schäferberge,  den  die  Neisse  von  der  Stadt
trennt,  die  eigentliche  Festung  Glatz  erbaugn.  In  gleicher  Weise
sagte  ihm  die  Lage  von  Silberberg  zu.  Durch  diese  Festung  hielt
er  sich  für  den  Meister  von  allen  Wegen,  die  von  Schlesien  aus
links  nach  Glatz,  rechts  nach  Braunau  führen.  Und  weiter  folgten
Brieg  und  Schweidnitz,  Breslau  und  Großglogau.

Von  Seiten  Oestreichs  machte  man  keine  Anstrengungen  solcher
Art.  Der  Wiener  Hof  scheint  die  Sache  für  erledigt  gehalten  zu
haben.  Erst  später  wurden  zur  Deckung  der  Eingänge  nach  Böhmen
Pleß  und  Theresienstadt  erbaut.

Und  dann  verwendete  Friedrich  alle  Kraft  auf  das  Heer.  Der
Vater  Friedrich  Wilhelm  hatte  dies  gethan  aus  Lust  am  Soldatenspiele.
  Friedrich  hatte  andere  Zwecke.  Der  Vater  hatte  dies  Heer
auf  eine  Zahl  gebracht,  wie  sie  verhältnismäßig  nirgends  in  der
Welt  zu  finden  war,  bis  dieses  Heer  sechs  Siebentel  aller  Einnahmen
  des  Staates  wegfraß.  Man  hält  uns  entgegen,  daß  Friedrich
  Wilhelm  persönlich  mäßig  war,  nichts  vergeudete,  daß  er  keine
Schulden,  sondern  einen  gefüllten  Schatz  hinterließ.  Das  ist  alles
unbestreitbar.  Allein  fördert  denn  ein  Keller  voll  Gold  und  Silber
den  Wohlstand,  die  Cultur,  die  Gesittung  der  Unterthanen?

Der  größere  Sohn  trat  in  die  Fußstapfen  seines  Vaters  und
weitete  sie  aus.  Er  behielt  das  Heersystem  seines  Vaters  bei.  Es
ist  nicht  unsere  Absicht  ihm  zu  nahe  zu  treten.  So  indessen  könnte
es  scheinen,  wenn  wir  dies  Heerwesen  nach  unserer  Auffassung

schildern  wollten.  Darum  ziehen  wir  vor  in  diesem  Falle  uns  der