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Worte  eines  warmen  Anhängers  des  Königs  zu  bedienen,  eines
solchen,  der  Jahre  lang  aus  eigener  Anschauung  das  gekannt  hat,
was  er  beschreibt.  )

„Unter  Friedrich  Wilhelm  I.  ward  der  preußische  Kriegsstand
für  das  größte  Unglück  gehalten,  welches  einem  Menschen  von
Bildung  und  einigem  Gefühle  begegnen  konnte.  Jeder,  der  es
irgend  vermochte,  suchte  sich  und  seine  Kinder  vor  demselben  zu
retten.  Nur  Einfalt  und  gänzliche  Unkunde,  jugendlicher  Leichtsinn,
  verzweifelte  Umstände  in  Folge  großer  sittlicher  Verdorbenheit,
  wohl  gar  begangene  Verbrechen  konnten  Jemanden  bewegen
freiwillig  Dienste  zu  nehmen.  Die  äußere  Ehre,  welche  mit  dem
Soldatenstande  verbunden  war,  und  die  demselben  gegebenen  Vorzüge,
  besonders  die  Erlaubnis  anderen  Unterthanen  auf  vielfache
Weise  lästig  zu  fallen,  konnten  nur  leichtsinnige  Menschen,  und
selbst  auch  diese  nur  auf  kurze  Zeit  für  das  Elend  entschädigen,
in  welchem  sie  lebten.  Auch  waren  die  Zügellosigkeit,  die  man
den  Soldaten  außer  dem  Dienste  gestattete,  und  die  ihnen  überall
zum  Nachtheile  anderer  Unterthanen  zugestandenen  Rechte  und  Vortheile
  noch  ein  bedeutender  Zusatz  der  Beschwerden,  welche  das  Land
durch  dieses  Heer  erleiden  mußte.  Friedrich  II.  hat  in  vielen  einzelnen
  Punkten  den  Kriegsdienst  menschlicher,  den  Druck  erträglicher
  gemacht:  im  Ganzen  hat  er  ihn  nicht  merklich  erleichtert.“

Erörtern  wir  zuerst  die  Grundsätze  Friedrichs  über  das  Heerwesen.
  Er  bestreitet  Machiavelli,  welcher  ein  Nationalheer  die
sicherste  Stütze  eines  jeden  Staates  nennt.  Dieser  Grundsatz,
meint  er,  )  eignet  sich  für  diejenigen  Staaten,  welche  reich  genug
an  Einwohnern  sind,  um  eine  hinreichende  Anzahl  Soldaten  zu  erhalten.
  Doch  gibt  es  Ausnahmen.  Wenn  ein  Staat  nicht  so  viele
Menschen  hat,  wie  für  die  Armeen  nöthig  sind  und  der  Krieg  verzehrt
  —  warum  nöthig  sind?  warum  Verzehrung  durch  Krieg?  —

1)  Dehm  IV.  297.  —  2)  Oeuv.  VIII.  p.  97.
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