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in  Dienste  zu  treten.  Friedrich  gebot:  man  müsse  die  Eltern
dahin  anhalten,  daß  sie  ihre  Kinder  wieder  schafften.  Die  Maßregel
  scheint  nicht  viel  gefruchtet  zu  haben;  denn  wenige  Monate
später  bittet  ein  Oberst  um  die  Erlaubnis  in  Tecklenburg  einige
Eltern  arretiren  zu  dürfen,)  weil  die  Söhne  derselben  ihm  entlaufen
  sind.  Der  König  schlägt  es  ab.  „Solche  Arretirung  ist
schon  oft  geschehen,“  sagt  er,  „hat  aber  keine  Wirkung  gethan.
Deshalb  trage  ich  Bedenken  dergleichen  wieder  vornehmen  zu  lassen,
weil  es  allerlei  böse  Folgen  hat.“  Leichter  als  für  Andere  war
die  Flucht  der  jungen  Leute,  welche  in  der  Nähe  des  Meeres
wohnten.  Die  Dörfer  Derp  und  Camp  im  Kreise  Treptow  schickten
  ihre  jungen  Leute  so  zeitig  zu  Schiffe  nach  Holland,  England,
Schweden  und  Dänemark,  daß  sie  in  langen  Jahren  auch  nicht
einen  Soldaten  stellten.?)

Wo  dagegen  der  Oberst  eines  Regimentes  einmal  einen  jungen
Menschen  gefaßt  hatte,  da  war  dieser  verloren.  Denn  der  Dienst  war
für  immer,  und  nur  der  körperlich  Unfähige  ward  entlassen.  Friedrich
  hatte  sich  Mühe  gegeben  den  Mathematiker  Euler  nach  Berlin
zu  berufen.  Er  kam  und  brachte  seinen  Neffen  mit.  Der  gelehrte
Professor  schien  nicht  zu  wissen,  daß  Preußen  nicht  das  Land  war,
wohin  man  ungestraft  wohlgewachsene  junge  Leute  brachte.  Ein
Regiment  nahm  den  jungen  Mann  in  Anspruch  und  schrieb  ihn
als  Soldaten  ein.  Euler  beklagte  sich  unmittelbar  beim  Könige.
Friedrich  erwiederte:  „Der  Wuchs  Ihres  Neffen  zeigt  ein  phlegmatisches
  Temperament  an,  welches  nicht  geeignet  ist  für  die  Regsamkeit
  und  Geschmeidigkeit  eines  Kaufmannes.  Deshalb  glaube
ich,  daß  die  Natur  ihn  zum  Waffenwerk  bestimmt  hat,  und  hoffe,
daß  Sie  ihn  dem  Regimente  nicht  beneiden  werden.“?)

Denn  das  eben  war  die  Hauptsache:  gegen  die  militärische

1)  Preuß:  Urkundenbuch  I.  180.  —  2)  a.  a.  O.  —  3)  Oeuv.  XX.
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