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der  alleinige,  dem  Friedrich  II.  vertraute  und  den  er  darum  auch
äußerlich  mit  Ehren  überhäufte.  Einst  beklagte  sich  der  Legationsrath
  Graf  Schwerin,  daß  bei  einem  Leichenbegängnisse  ein  Fähnrich
  den  Vorrang  vor  ihm  verlangt  hatte.  Die  Sache  ward  an
den  König  gebracht.  Dieser  entgegnete:  dies  könne  gar  nicht  streitig
sein;  denn  es  verstehe  sich  von  selbst,  daß  ein  Fähnrich  im  Range
allen  Legationsräthen  vorgehe.  Der  Graf  Schwerin  trat  sofort
als  Fähnrich  ein.)

Diese  Offiziere  rekrutirten  sich  aus  dem  Adel  und  nur  aus
dem  Adel.  Es  sind  Fälle  vorgekommen,  daß  Bürgerliche  Offiziere
wurden.  Sie  sind  jedoch  vereinzelt,  und  haben  als  Abweichungen
vom  Prinzipe  fast  nur  im  Kriege  stattgefunden,  wo  man  im  Drange
der  Umstände  nicht  anders  konnte.  Das  höchste  Ziel  des  Bürgerlichen,
  der  wohl  oder  übel  in  den  Militärstand  trat,  war  Unteroffizier
  zu  werden.  Die  Stellung  desselben  entband  nicht  von  der
Fuchtel.  Wir  sehen,  wie  in  den  Ländern  dieses  Königs  eine  schroffe,
eine  unübersteigliche  Scheidewand  sich  zwischen  den  verschiedenen
Ständen  erheben  mußte.  Eine  Scheidung  hat  allerdings  immer
und  aller  Orten  bestanden,  namentlich  da,  wo  der  Adel  als  eine
wirkliche  Aristokratie  seine  Basis  der  Unabhängigkeit  in  reichem
Grundbesitze  hatte.  Ob  in  den  Ländern  des  Königs  von  Preußen,
die  im  Osten  stark  mit  slavischen  Elementen  durchsetzt  waren,  ein
solches  Verhältnis  statt  fand,  dürfte  die  Frage  sein.  Namentlich
in  Pommern  war  der  Adel  sehr  reich  an  Abkömmlingen  und  zum
Theile  sehr  arm  an  Besitz.  Brenkenhoff  fand  in  einem  Dorfe,
zu  welchem  nur  150  Morgen  Sandland  ohne  allen  Wiesenwachs
gehörten,  zwölf  adelige  Familien  mit  59  Köpfen.  :)  Der  Kuhhirt
und  der  Nachtwächter  waren  die  einzigen  unadeligen  Menschen  im
Dorfe;  aber  ihre  Weiber  waren  geborene  Fräulein  von  So  und
So.  Der  König  selbst  hat  den  Unterschied  seines  Adels  von  dem

1)  Mirabeau  u.  Mauvillon  IV.  249.  —  2)  Brenkenhoffs  Leben  S.  57.