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des  kleinsten  seiner  Unterthanen.  Zu  diesem  Zwecke  ließ  er  sich
genaue  Tabellen  und  Rechnungen  einreichen,  und  Jedermann  durfte
in  gewisser  Erwartung  stehen,  daß  der  König  dieselben  genau  prüfen
würde.  Das  wollte  er,  ohne  allen  Zweifel.  Aber  es  ist  die  Frage,
ob  das  möglich  war.  Man  kannte  einmal  genau  seine  Meinungen,
seine  Ansichten,  die  ihm  feststanden  wie  Axiome.  So  kam  es,  daß
die  Tabellen  ihm  häufig  das  wieder  spiegelten,  was  er  zu  sehen
wünschte.

Indem  wir  diesen  Satz  aussprechen,  fühlen  wir  das  volle
Gewicht  der  Forderung  des  Beweises,  welchen  wir  dafür  schuldig
sind.  Wir  haben  denselben  anzutreten.

Der  Minister  Herzberg  war  wie  kein  anderer  willfährig  in
die  Ansichten  des  Königs  einzugehen.  Friedrich  bediente  sich  seiner
sowohl  für  die  Kriegsmanifeste  im  Jahre  1756,  als  für  die  innere
Verwaltung  des  Staates.  Herzberg  lieferte  Tabellen  des  Gewinnes
  und  des  Verlustes,  den  der  Staat  bei  der  Thätigkeit  der
Unterthanen  erlitt.  1)  Wir  haben  nicht  die  Möglichkeit  zu  erörtern,
ob  solche  Tabellen  über  das  was  man  Handelsbilanz  eines  Staates
nannte,  jemals  auch  nur  annähernd  richtig  sein  können,  namentlich
in  einem  Staate,  wo  in  Folge  der  Maßregeln  der  Regierung  es
zweifelhaft  war,  ob  der  Umsatz  des  ehrlichen  Handels  demjenigen
des  Schleichhandels  gleich  kam:  genug,  damals  glaubte  man,  wenigstens
  der  König  Friedrich  und  seine  Behörden,  an  die  Möglichkeit
und  Richtigkeit  solcher  Tabellen.  Herzberg  berechnet  das  ganze
Capital  der  natürlichen  und  Kunsterzeugnisse  oder  den  Werth  der
ganzen  Arbeit  im  preußischen  Staate  für  das  Jahr  1785  auf
vierzig  Millionen  Thaler.  Er  setzt  die  einzelnen  Posten  an.  Er
beschäftigt  sich  zunächst  mit  den  Fabriken.  Er  gibt  für  die  verschiedenen
  Webereien  in  Leinen,  Wolle,  Seide,  Baumwolle  die  Zahl

–  ·  –—.

1)  Vergl.  Mirabeau  u.  Mauvillon  II.  78  ff.  über  Herzbergs  hister.  Nachricht
  von  den  letzten  Lebensjahren  Frierrichs  II.