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sechszig  verpachtete  Zölle  und  acht  verpachtete  Schleusen,  dazu  neunundzwanzig
  nicht  verpachtete  Zölle  und  sechs  nicht  verpachtete
Schleusen.  Der  jährliche  Ertrag  von  allen  zusammen  war  doch
nur  reichlich  132,000  Thaler.  Wie  konnte  es  anders  sein?  Friedrich
hat  die  Abgaben  für  den  Transit  so  geschraubt,  und  wegen  seines
völligen  Mangels  an  Vertrauen  auf  die  Ehrlichkeit  der  Menschen
die  Untersuchung  so  lästig  gemacht,  daß  er  den  Zwischenhandel,
der  bis  zu  seiner  Regierung  beträchtlich  war,  völlig  zerstörte.)

Ein  ehrenwerther  Anhänger  Friedrichs,  der  den  König  selber
persönlich  kannte,  zieht  aus  dieser  Thatsache  merkwürdige  Ergebnisse.
  :)  „Die  preußischen  Lande,“  sagt  Dohm,  „waren  fähig
der  Sitz  eines  blühenden  und  die  Unterthanen  bereichernden
Handels-  zu  werden.  Aber  Friedrich  wies  diesen  Handel  geflissentlich
  zurück.  Die  hohen  Abgaben,  welche  fremde  Waaren
beim  Eintritte  in  das  Land  oder  bei  der  Durchfuhr  bezahlen
mußten,  noch  mehr  die  mannigfachen  Plackereien  und  der  Aufenthalt,
  denen  man  bei  der  Untersuchung  durch  die  Zollbedienten
ausgesetzt  war,  hielten  die  Fuhrleute  und  Schiffer  von  den  preußischen
  Grenzen  zurück.  Man  schlug  alle  Wege  ein,  um  nur  den
preußischen  Boden  nicht  zu  berühren.  Man  zog  einen  weiteren
kostspieligeren  Weg  vor,  wenn  man  nur  nicht  an  die  preußische
Grenze  kam.“

Der  Erklärungsgrund  ist  seltsam.  Warum  denn  hätte  ein
König  geflissentlich  den  Handel  abweisen  sollen?  Es  ist  die  Erklärung
  eines  räthselhaften  Verfahrens  durch  ein  anderes  Räthsel,
das  in  sich  höchst  unwahrscheinlich  durch  nichts  bewiesen  wird.  Dohm
hat  kein  Wort,  keine  Aeußerung  des  Königs  beigebracht,  welche
eine  principielle  Abneigung  gegen  den  Handel  anzeigte.  Dagegen
gibt  es  Aeußerungen  in  großer  Zahl,  welche  beweisen,  wie  gern-Friedrich
  den  Handel  blühend  gesehen  hätte,  wenn  nämlich  sein

—.

1)  Mirab.  u.  Mauv.  I.  149.  —  2)  Dohm  IV.  422.