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sollte  auf  die  Rhede  bis  an  die  südwärts  in  den  breiten,  tiefen
Emsstrom  vorspringende  Landspitze  der  Knock.

Es  ist  die  Stelle,  welche  wie  keine  andere  auf  dem  deutschen
Küstenlande  der  Nordsee  von  der  Natur  bestimmt  ist  der  Seekriegshafen
  eines  mächtigen  Reiches  zu  sein.  Also  hatten  es  einst
die  Grafen  dieses  Landes  gewollt  und  gewünscht.  Aber  ihre  Vorschläge
  und  Plane  hatten  bei  dem  Kaiser  Rudolf  II.  nur  den  Beifall
  und  Dank  der  Worte  für  die  patriotischen  Absichten  gefunden.
Nur  einmal  hatte  seitdem  sich  die  Möglichkeit  einer  Aussicht  geboten
  die  rechte  Bestimmung  der  Knock  zu  verwirklichen.  Aber  der
große  Kurfürst  bildete  den  Plan  einer  Geltung  zur  See  erst  in  den
letzten  Jahren  seines  Lebens  aus.  Er  hat  die  Knock  nicht  gesehen,
und  noch  dazu  war  sie  nicht  in  seiner  Gewalt.  Seine  Nachfolger
ließen  das  Lieblingswerk  der  letzten  Jahre  des  großen  Mannes,
seine  Kriegsflotte,  im  Hafen  vermodern.  Der  Eine  bedurfte  des
Geldes  für  Ceremoniell  und  Feste,  der  Andere  für  die  blauen
Kinder  von  Potsdam.  Erst  Friedrich  II.  betrat  die  Stätte,  deren
Gleichen  er  in  seinem  Lande  nicht  besaß.  Zum  ersten  Male  trug
dieselbe  einen  mächtigen  König,  vor  dessen  Füßen  die  Wellen  des
hier  seegleichen  Stromes  anrollend  sich  brachen.  Er  selbst  konnte
hier  mit  eigenen  Augen  schauen,  mit  eigenen  Ohren  aus  dem
Munde  der  Seeleute  erfahren,  daß  die  Tiefe  des  Stromes  vermöge
  die  schwersten  Linienschiffe  leicht  und  sicher  bis  an  den  Ort
zu  tragen,  wo  er  stand.  Ihm  selbst  lag  die  Wahrnehmung  offen,
daß  die  vorspringende  Landspitze  aus  sich  selber  auch  ohne  Nachhülfe
  der  Menschenhand  vollen  Schutz  gewähre  gegen  den  Sturm,
den  der  Seemann  dieser  Küsten  am  meisten  fürchtet,  gegen  den
Nordwest.  Wenn  nicht  hier  der  Gedanke  in  dem  Könige  aufstieg
einestheils  für  sich  zur  See  Geltung  zu  erringen,  und  dann  vor
allen  Dingen  dem  Seehandel  seiner  Unterthanen  einen  thatkräftigeren,
einen  wirksameren  Schutz  zu  verleihen,  als  denjenigen  seiner  Fürbitte
und  Verwendung:  so  war  auf  diesen  Gedanken  nimmer  zu  hoffen.