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legenheit,  wo  einer  meiner  Brüder  das  Leben  in  seinem  Dienste
geendet.  Es  ist  zu  hart  ein  sorches  Benehmen  zu  zeigen.“

Was  denn  hatte  die  arme  Frau  gethan,  die  in  jugendlicher
Unbefangenheit  ihrem  Vater  gehorchend  die  Worte,  die  der  damalige
  Prinz  auf  Befehl  und  aus  Furcht  vor  seinem  Vater  zu
ihr  sprach  und  schrieb,  für  Wahrheit  genommen,  und  in  dieser
Täuschung,  die  nicht  ihre  Schuld  war,  ihm  Treue  geschworen  hatte?
Friedrich  hat  niemals  ihr  einen  Vorwurf  gemacht,  noch  vielleicht
auch  machen  können.  Er  wollte  es  so.  Doch  blieben  sie  in
schriftlichem  Verkehr.  Der  Briefwechsel  schleicht  hin,  frostig,  eintönig,
  befehlend  von  seiner  Seite.  Aber  man  vergleiche  nur  den
einen  Brief,  welchen  die  so  oft  schmerzlich  beleidigte  und  gekränkte
Frau  ihm  schreibt,  als  sie  im  August  1756  das  Vorhaben  seines
neuen  Kriegszuges  vernimmt:  man  vergleiche  diesen  einen  Brief
mit  der  Antwort  des  Philosophen.  1)  Die  Königin  sagt:

„Sire,  mit  dem  Wunsche,  daß  Sie  einer  beständigen  Gesundheit
  genießen  mögen,  schreibe  ich  diese  Zeilen.  Denn  obwohl  ich
erfreut  bin  Sie  in  gutem  Wohlsein  gesehen  zu  haben,  ist  doch  mein
Herz  voll  Mitgefühl  und  Sorge,  wenn  ich  daran  denke,  daß  vielleicht
  wir  den  Schmerz  erleben  Sie  weit  fortziehen  zu  sehen.  Ich
wage  nicht  daran  zu  denken.  Möge  Gott  Sie  erhalten,  und  möge
er  in  kurzem  Ruhe  und  Frieden  wieder  schenken!  Möge  er  mit
Ruhm  und  Glück  alle  Ihre  lobwürdigen  Unternehmungen  krönen,
und  möge  Alles  sich  wenden  zu  Ihrer  Zufriedenheit!  Das  sind  die
aufrichtigen  Wünsche,  die  von  meinem  Herzen  ausgehen,  das  Ihnen
treu  anhängt  und  ergeben  ist,  das  erfüllt  ist  von  einer  zarten  und
aufrichtigen  Freundschaft,  aber  zugleich  durchdrungen  von  Schmerz
und  Betrübnis,  wenn  ich  mir  vergegenwärtige,  daß  -vielleicht  wir
Sie  bald  aufs  neue  den  Gefahren  trotzen  sehen.  Ich  wage  nicht
ohne  tödtlichen  Schmerz  daran  zu  denken.  Verzeihen  Sie,  daß

1)  a.  a.  O.  24.