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sich  sträube.)  Am  24.  Mai  1750  erließ  der  König  die  betreffende
Cabinetsordre  an  den  Minister  von  Dankelman.  In  der  That
geschah  es  behutsam.  Zuerst  unterließen  die  Geistlichen  auf  dem
platten  Lande  und  in  den  kleinen  Städten  ostwärts  von  der  Weser
das  sonntägliche  Kirchengebet  für  den  Kaiser.  Als  erst  diese  Bauern
und  Bürger  sich  daran  gewöhnt  hatten,  ging  man  leise  weiter  zu
den  größeren  Städten,  zu  den  Ländern  westwärts  von  der  Weser.
Ein  eigentlicher  Befehl  von  oben  erfolgte  nicht.  Es  sollte  still  und
unbemerkt  geschehen,  und  wiederum  wollte  man  auf  der  anderen
Seite  sich  gegen  etwaigen  Einspruch  den  Ausweg  des  Nichtwissens
offen  halten.  Also  gewöhnte  man  diesen  Theil  der  Nation  an  die
Idee,  daß  es  keinen  Kaiser  mehr  habe,  und  das  nachwachsende
Geschlecht  sah  nur  noch  in  dem  Könige  seinen  höchsten  Herrn  auf
Erden.  Es  war  ein  politischer  Meisterstreich  in  seiner  Art,  der
keinen  Mann  und  keinen  Thaler  kostete,  und  doch  von  unberechenbarer
  Wirkung  war.  Die  Unterthanen  des  Königs  von  Preußen
hatten  fortan  mit  Kaiser  und  Reich  nichts  mehr  zu  schaffen.  Friedrich
  wollte  etwas  Anderes  aus  ihnen  machen:  eine  nation  Prussienne
  sollten  sie  werden.

Wie  war  ihm  in  diesem  Bestreben  schon  so  viel  gelungen!
Wir  haben  gesehen,  wie  vor  ihm  an  einen  Gegensatz  zwischen
seinen  Unterthanen  und  denjenigen  des  Kaiserhauses  nicht  zu  denken
war,  wie  seine  Unterthauen  sich  sträubten  gegen  den  Krieg,  den  der
König  für  sein  Interesse  unternahm.  Er  hatte  die  sich  Sträubenden
  hinein  gerissen,  nicht  ein,  sondern  zweimal.  Der  zweite  Krieg
war  als  Eroberungskrieg  mislungen:  er  nahm  dafür  den  Namen
eines  gelungenen  Vertheidigungskrieges  an.  Es  war  viel  Blut
geslossen,  viel  Ruhm  erworben.  Blut  ist  ein  ganz  besonderer  Saft
zum  Kitten  und  zum  Trennen.  Das  Blut  verband  die  Brandenburger,
  die  Pommern,  die  Preußen  gegen  die  Unterthanen  des

1)  Preuß.  I.  487.