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sie  hielt:  so  hätte  er  verdient,  daß  man  ihm  Altäre  errichtete  als
dem  Befreier  der  Völker.  In  Folge  der  Reformation  wurden  die
Theologen  gezwungen  sich  zu  unterrichten.“

„Das  war  das  Gute,  welches  die  Reformation  bewirkte.  Wenn
wir  es  mit  den  Uebeln  vergleichen,  welche  sie  verursachte:  so  muß
man  eingestehen,  daß  die  Wohlthaten,  die  uns  davon  zu  Gute  gekommen,
  theuer  erkauft  sind.  Nichts  ist  so  erbittert  und  so  unerbittlich,
  wie  theologischer  Haß.  Indem  dieser  Haß  sich  in  die  Politik
der  Souveräne  mischte,  verursachte  er  die  Kriege,  welche  so  viele
Reiche  verwüsteten,  welche  Deutschland,  Frankreich,  die  Niederlande
mit  Strömen  von  Blut  überschwemmten.  Nur  nach  unendlichen
Schrecken  der  Bosheit  der  Menschen,  unter  den  rauchenden  Trümmern
  ihres  Vaterlandes  erlangten  Deutschland  und  Holland  das
unschätzbare  Gut  der  Freiheit  des  Gedankens.“

„Wer  sieht  nicht  aus  dieser  Geschichte  der  Kirche,  daß  sie  das
Werk  der  Menschen  ist?  Welche  erbärmliche  Rolle  lassen  sie  ihren
Gott  spielen!  Er  schickt  seinen  einzigen  Sohn  in  die  Welt.  Dieser
Sohn  ist  Gott.  Er  opfert  sich  selbst,  um  sich  mit  seiner  Kreatur
zu  versöhnen.  Er  macht  sich  zum  Menschen,  um  das  verdorbene
menschliche  Geschlecht  zu  erlösen.  Was  geht  hervor  aus  einem  so
großen  Opfer?  Die  Welt  bleibt  eben  so  verdorben,  wie  sie  gewesen
ist.  Dieser  Gott,  welcher  spricht:  es  werde  Licht:  sollte  er  sich  unzulänglicher
  Mittel  bedienen,  um  zu  ehrwürdigen  Zwecken  zu  gelangen?
  Ein  einfacher  Akt  seines  Willens  genügt,  um  das  moralische
und  physische  Uebel  aus  der  Welt  zu  bannen,  um  den  Nationen
einen  Glauben  einzuflößen,  der  ihm  gefällt,  und  um  sie  durch  die
Wege  seiner  Allmacht  glücklich  zu  machen.  Nur  enge  und  bornirte
Geister  mögen  Gott  ein  Verfahren  beilegen,  welches  seiner  Vorsehung
  so  unwürdig  ist,  indem  sie  nämlich  ihn  auf  dem  Wege  der
größten  Wunder  ein  Werk  anternehmen  lassen,  das  ihm  nicht  gelingt.“

Also  die  Worte  des  Königs.  Es  wird  nicht  schwer  sein  in  den
geschichtlichen  Arbeiten  des  achtzehnten  Jahrhunderts  in  höherem