Eilfter  Abschnitt.

Unmittelbar  nach  den  beiden  ersten  schlesischen  Kriegen  unternahm
  es  der  König  die  Geschichte  derselben  für  die  Nachwelt  zu
beschreiben.  Er  hat  sich  dabei,  wie  es  scheint,  die  Commentarien
des  Julius  Cäsar  zum  Vorbilde  genommen,  und  redet  wie  dieser
von  sich  in  der  dritten  Person.  Er  nennt  sich  darin  kurzweg  den
König.  Es  ist  nicht  anders  zu  erwarten,  als  daß  Jemand,  der  von
sich  selber  schreibt,  vertheidigend  auftritt,  und  es  dürfte  dem  Könige
daraus  kein  Vorwurf  zu  machen  sein.  Denn  selbst  auch  der  Tadel,
den  er  dann  und  wann  auf  sich  selber  bringt,  verbirgt  im  Grunde
nur  die  Forderung  der  Anerkennung  von  Anderen.  Er  erzählt  hier
und  da  von  sich  strategische  Fehler  und  weist  nach,  warum  es  Fehler
seien.  Er  erzählt  nicht  seine  Flucht  aus  der  Schlacht  bei  Molwitz.
Dagegen  berichtet  er  von  sich  Wagnisse,  aus  denen  fast  der  Vorwurf
  einer  gewissen  persönlichen  Tollkühnheit  zu  entspringen  scheint.
Indessen  dürften  in  den  meisten  Denkwürdigkeiten  solcher  Art  sich
dazu  Seitenstücke  finden  lassen.  Nach  Vollendung  dieses  Werkes
lenkte  der  König  seinen  Blick  auf  die  frühere  Vergangenheit.

Er  fragt,!)  wie  es  doch  komme,  daß  man  die  Geschichte
aller  polizirten  Länder  Europas  geschrieben,  daß  nur  die  Preußen

1)  Discours  préliminaire.  p.  Ll.  in  den  Oeuv.  Tom.  I.