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derselben  mit  starker  Hand  die  Selbständigkeit  dieser  unendlich
vielen  kleinen  Herren  hinabgedrückt  hätte  auf  ein  geringeres  Maß.
Nicht  das  war  von  jeher  das  Streben  des  Kaiserhauses.  Vielmehr
ist  dasselbe  von  jeher  darauf  gerichtet  die  Dinge  zu  erhalten,  wie
sie  sind.  Darum  forderte  es  von  den  Reichsfürsten  die  Pflichten,
welche  der  westfälische  Friede  noch  übrig  ließ.  Friedrich  II.  schrieb
und  sprach,  als  hätte  eine  Pflicht  von  solcher  Art  nie  existirt.  Der  Kurfürst
  Friedrich  Wilhelm  schickt  1686  dem  Kaiser  Hülfe.  Aber  weshalb
nach  der  Ansicht  Friedrichs  II.?  Friedrich  Wilhelm  hat  die  Refugiés
aufgenommen,  und  deshalb  grollt  ihm  Ludwig  XIV.  In  Folge
dessen  schließt  Friedrich  Wilhelm  neue  Bündnisse  mit  dem  Kaiser
und  schickt  ihm  8000  Mann.  Es  scheint  nach  der  Auffassung
Friedrichs,  als  wenn  diese  Truppen  die  ersten  wären,  die  Friedrich  II.
Wilhelm  für  Kaiser  und  Reich  stellte.  Seitdem  bezahlte  Ludwig  XIV.
dem  Kurfürsten  nicht  mehr  den  jährlichen  Sold,  den  er  im  Frieden
von  St.  Germain  bewilligt.  Offenbar  soll  nach  der  Darstellung
des  Königs  der  Kurfürst  erscheinen  wie  ein  Mann,  der  böllig  selbständig
  ist,  der  gar  keine  anderen  Rücksichten  zu  nehmen  hat,  durch
keine  Bande  sich  gebunden  sieht,  als  die  seine  eigene  Politik  für
zweckmäßig  hält.

Wir  sehen  dies  ferner  bei  der  Vergleichung  des  Kurfürsten
Friedrich  Wilhelm  mit  dem  Könige  Ludwig  XIV.  Sie  ist,  rhetorisch
betrachtet,  eine  der  besten  schriftstellerischen  Leistungen  des  Königs.
Er  möchte  auch  Cromwell  dazu  nehmen;  aber  dieser  fällt  sofort
weg,  weil  er  Verbrechen  begangen  hat.  Dieser  Grund  stimmt  allerdings
  zu  dem  Gedankengange  des  Antimachiavelli;  aber  ist  der
eiserne  Puritaner  darum  schlechter,  als  der  französische  Despot  ohne
Treu  und  Glauben?  Auch  dies  freilich  erörtert  Friedrich  II.  in  dem
Vergleiche  des  Königs,  den  er  mit  Nachdruck  den  Monarchen
nennt,  und  des  Kurfürsten,  den  er  eben  so  emphatisch  als  den
Helden  bezeichnet.  „Beide,“  sagt  er,  „schlossen  Verträge  und  brachen
sie,  der  Eine  aus  Ehrgeiz,  der  Andere  aus  Noth.  Mächtige