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Fürsten  verspotten  die  Sklaverei  des  gegebenen  Wortes  durch  einen
freien  und  unabhängigen  Willen.  Die  Fürsten  von  geringerer
Macht  kommen  ihren  Verpflichtungen  nicht  nach,  weil  sie  genöthigt
sind  den  Umständen  zu  weichen.“

Wir  dürfen  hiernach  schon  erwarten,  daß  Friedrich  II.  für  die
Kriege  Ludwigs  XIV.  kein  Wort  des  Tadels  oder  des  Unwillens
hat.  Wie  sollte  er  auch?  „Ludwig  XIV.,“  sagt  er,  „liebte  den
Ruhm  mehr  als  den  Krieg  selbst.  Er  unternahm  seine  Feldzüge
aus  Hoheit  der  Seele.“

Der  König  Friedrich  führt  weiter  den  Vergleich  zwischen  dem
französischen  Monarchen  und  dem  Kurfürsten  in  blendenden  Farben
durch.  Der  Reflex  derselben  zeigt,  wie  er  selbst  sich  betrachtet
wissen  wollte.  Mehr  und  mehr  tritt  dann  sein  Bestreben  hervor
in  dem  Wettstreite  der  Häuser  Habsburg  und  Bourbon  jenes  anzuklagen,
  dieses  zu  rechtfertigen.  Der  französische  Monarch  ist  ihm
lobwürdig,  weil  er  auf  dem  Wege  fortwandelt,  den  der  Cardinal
Richelien  ihm  gebahnt.  Aber  jeder  Schritt  auf  diesem  Wege  war
feindselig  nicht  bloß  gegen  das  Haus  Habsburg,  sondern  gegen
das  deutsche  Reich.  Friedrich  wußte  das  sehr  wohl,  und  wollte
es  so.  Er  hatte  ja  den  Franzosen  angekündigt,  daß  er  an  die
Stelle  der  Schweden  des  dreißigjährigen  Krieges  treten  wolle,
kräftiger,  energischer  als  diese.  Er  lebte  der  festen  Ueberzeugung,
daß  er  in  allen  Fragen  gegen  Oestreich  seinen  Rückhalt  an  Frankreich
  haben  werde.  Denn  wir  stehen,  was  zu  erinnern  nicht  überflüssig
  ist,  noch  vor  den  Enttäuschungen,  die  der  siebenjährige  Krieg
darin  dem  Könige  bereitet  hat,  vor  den  Enttäuschungen,  die  ihn
bewogen  fortan  seine  Blicke  dennoch  nicht  nach  Süden  zu  richten
zur  Einigkeit  und  zum  gemeinsamen  Handeln,  sondern  nach  dem
Nordosten.

Damals  als  Friedrich  II.  die  Denkwürdigkeiten  des  Hauses
Brandenburg  schrieb,  war  es  noch  Frankreich  und  nur  Frankreich,
das  er  verehrte.  Und  aus  diesem  Grunde  fällt  denn  in  seinen