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durch  die  Reichsgericht.  Der  Unwille  von  Kaunitz  gegen  Friedrich
  II.  ist  mithin  sehr  erklärlich.

Kaunitz  bemühte  sich  am  Hofe  von  Versailles  den  Gedanken
zu  verbreiten,  daß  die  kleinen  Mächte,  wie  namentlich  Preußen
und  Sardinien  sich  bemühten  unter  den  großen  den  Samen  der
Zwietracht  auszustreuen,  um  bei  Gelegenheit  eines  Krieges  für
sich  zu  gewinnen.  Das  ist  die  Staatskunst  dieser  kleinen  Ehrgeizigen.
  „Im  Grunde,“  meinte  Kaunitz,  „führen  wir  Krieg  nur
zum  Nutzen  dieser  Kleinen.  Wenn  nur  Oestreich  und  Frankreich
sich  verstehen,  wenn  nur  diese  beiden  Mächte  einander  die  Hand
bieten:  so  wäre  alle  Ursache  des  Zwistes  unter  den  beiden  ersten
Mächten  Europas  gehoben  und  der  Grund  zu  einem  festen  und
dauerhaften  Frieden  gelegt.“  1)

Nach  einer  feindseligen  Stellung  von  mehr  als  i—Nier
Jahren  des  Hauses  Habsburg  und  —  was  zu  erwähnen  nicht
unwichtig  —  des  deutschen  Reiches  zu  Frankreich  klang  eine  solche
Rede  auffallend  und  neu.  Aber  Kaunitz  wiederholte  sie  oft  und
oft,  und  sie  gewann  Boden.  Hatte  man  doch  auch  in  den  beiden
schlesischen  Kriegen  die  Erfahrung  gemacht,  daß  Friedrich  die  Franzosen
  brauche,  so  lange  es  sein  Interesse  sei,  und  die  Bündnisse
mit  ihnen  breche,  sobald  er  glaube  auf  andere  Weise  besser  zu
fahren.  Daß  die  Möglichkeit  eines  Umschwunges  in  Verseailles
sich  vorbereite,  durfte  Friedrich  aus  den  Worten  des  französischen
Gesandten  in  Berlin  entnehmen:  „Sollte  der  König  von  Preußen
nur  im  Geringsten  Winkelzüge  gegen  uns  machen:  so  lassen  wir
ihn  fallen,  und  alsdann  ist  er  verloren.“

Ungeachtet  solcher  Ausdrücke,  die  der  König  von  Preußen
selber  für  die  Nachwelt  aufbewahrt,  blieb  sein  Vertrauen  auf
Frankreich  selbst  noch  bis  spät  in  das  Jahr  1756  unerschüttert.
Wir  werden  dies  von  ihm  selbst  später  zu  vernehmen  haben.  Die

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Oeuv.  IV.  histoire  de  la  guerre  de  7  ans.  Chap.  2.