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Zwecke  war  damals  und  noch  lange  nachher  kaum  ein  entfernter
Anschein.  —-Unterdessen

  verwickelten  sich  in  fernen  Welttheilen  die  Interessen
  der  Engländer  und  der  Franzosen.  Sie  haderten  über  unbebaute
  Gegenden  und  Urwälder  in  Canada.  Hatte  davon  Deutschland
  irgend  welches  Unheil  zu  befürchten?  Die  französischen
Minister  wußten  noch  im  Herbste  1755  nicht  anders,  als  daß
Oestreich  und  England  immer  zusammen  halten  würden.  Das
war  der  Eindruck,  den  der  Gesandte  aus  den  Unterredungen  mit
Kaunitz  schöpfte,  und  welchen  man  daheim  als  richtig  ansah.
„Alles  was  ich  aus  dieser  Unterredung  urtheilen  kann,“  meldet  der
französische  Gesandte  heim,  „ist  daß  die  Kaiserin  neutral  zu  bleiben
wünscht,  indem  sie  dennoch  als  Verbündete  den  König  von  England
  unterstützt.  Und  in  der  That  wäre  dies  für  sie  die  glücklichste
  Stellung,  indem  sie  dann  uns  so  viel  Uebles  zufügen  könnte,
als  sie  für  geeignet  hält,  ohne  von  unserer  Seite  irgend  etwas
für  sich  zu  fürchten.  Ich  kann  nicht  unterlassen  zu  wiederholen,
daß  die  Kaiserin  niemals  den  König  von  England  aufgeben  wird.
Er  ist  der  einzige  Verbündete,  den  sie  hat,  und  sie  würde  lieber
alles  wagen,  als  ihn  verlieren.  Die  beiden  Höfe  werden  im
nächsten  Winter  sich  in  Stand  setzen  und  ihre  Thätigkeit  in  Uebereinstimmung
  bringen.  Wahrscheinlich  werden  Sie  im  nächsten  Frühlinge
  sie  in  einer  von  der  heutigen  ganz  verschiedenen  Lage  finden.“
Der  französische  Minister  daheim  erwiedert  in  gleichem  Sinne:
„Sie  haben  Recht.  Diese  beiden  Höfe  mögen  wohl  einmal  mit
einander  hadern,  sie  werden  sich  niemals  trennen.“  Man  sieht,
daß  die  französischen  Minister  an  irgend  welche  Feindseligkeit  der
Kaiserin  Maria  Theresia  gegen  den  Preußenkönig  nicht  denken.
Wie  sollten  sie  auch?  Es  war  ja  bekannt,  daß  das  Ziel  der
Kaiserin  nur  der  Friede  und  die  Wohlfahrt  ihrer  Unterthanen  war.

Der  Krieg  zwischen  England  und  Frankreich  war  schon  im  Jahre
1755  als  unvermeidlich  anzusehen.  Es  war  dann  zu  erwarten,  daß  die