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Angriff  geschehen  solle,  derselbe  ohne  den  mindesten  Aufschub
unternommen  werden  müsse.  Das  war  es.

Jedenfalls  aber  bedurfte  man  vorher  noch  irgend  eines
Scheines.  Der  König  ließ  durch  seinen  Gesandten  in  Wien  anfragen,
  weshalb  man  rüste.  Eine  nicht  befriedigende  Antwort
werde  er  als  Kriegsfall  ansehen.  Die  Antwort  war  nicht  befriedigend,
  und  also  erklärte  er  den  Krieg.  Aber  wenn  nun  die
Kaiserin  also  angefragt  hätte?  Als  der  König  mit  dem  Einbruche
in  Sachsen  den  Krieg  begann,  stellte  es  sich  heraus,  daß  Oestreich
Mangel  habe  an  Geschützen,  an  Wagen,  an  Pontons,  kurz  an
allen  Kriegsbedürfnissen.  Ein  Bewunderer  Friedrichs  im  östreichischen
  Gewande  erklärt  dies  daher,  weil  der  Kaiserhof  noch  auf  ein
Jahr  Zeit  zu  haben  glaubte.  1)  Und  dennoch  soll  dieser  selbe
Kaiserhof,  der  also  sich  überraschen  ließ,  den  Krieg  gewollt  und
beabsichtigt  haben,  mehr  als  Friedrich,  der  vollständig  fertig  war?
Es  ist  seltsam,  in  der  That  höchst  wunderbar  und  seltsam,  wenn
solche  Leute  selber  glauben,  was  sie  sagen.

Nicht  gegen  Oestreich  galt  der  erste  Schlag,  sondern  gegen
das  arme  Sachsenland,  welches  nun  schon  zum  zweiten  Male
diesem  Preußenkönige  zum  Schemel  seines  Ruhmes  dienen  sollte.
Man  kennt  die  rasche  Folge  von  Ereignissen.  Das  Archiv  zu
Dresden  ward  durchsucht,  und  die  Welt  las  mit  Erstaunen  jene
Schrift  von  Herzberg,  las  mit  Erstaunen  und  Verwunderung,  daß
nicht  der  Preußenkönig  der  abermalige  Feind  des  Friedens  und
der  Ruhe  sei,  sondern  der  Kursachse.  „Wenn  Fürsten  zum  Bruche
kommen  wollen:  so  lassen  sie  sich  durch  den  noch  fehlenden  Stoff
zum  Manifeste  nicht  abhalten.  Sie  fassen  ihren  Entschluß.  Sie
beginnen  den  Krieg,  und  überlassen  dann  einem  arbeitsamen  Rechtsgelehrten
  die  Sorge  sie  zu  rechtfertigen.“  Also  der  König  Friedrich
  II.  Wir  werden  den  letzten  gewichtigen  Beweis,  daß  er  und

1)  (Cogniazo:)  Gestänknisse  elnes  östreich.  Veteranen  II.  192.