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Prinz  Wilhelm  mit  seiner  Heeresabtheilung  erlitt  Verluste.  Der
König  schleuderte  ihm  darauf  die  Vorwürfe  zu,  welche  den  Bruder
und  Thronfolger  mit  gebrochenem  Herzen  in  ein  frühes  Grab
stürzten.  Es  kommt  uns  nicht  zu  eine  Entscheidung  abzugeben,
ob  die  Vorwürfe  völlig  unbegründet  sind  oder  nicht.  Aber  der
Prinz  selbst  vertheidigt  sich,  daß  er  gehandelt  habe  in  Ueberein—
stimmung  mit  seinem  Generalstabe.  Als  der  König  im  folgenden
Jahre  dem  jüngeren  Bruder  Heinrich  den  Tod  Wilhelms  meldet  und
auch  dann  noch  sich  ausspricht  über  den  Kummer,  den  Wilhelm  ihm
verursacht  habe,  erwiedert  Heinrich:)  „Ich  habe  geseufzt  über  das
Misverständnis  zwischen  Ihnen  und  meinem  Bruder.  Die  Erwähnung,
  welche  Sie  mir  gegenüber  davon  machen,  vermehrt  meinen
Schmerz;  aber  der  Respekt  und  der  Kummer  legen  mir  Schweigen
auf,  und  darum  antworte  ich  nichts  über  diese  Sache.“  Entschiedener
  legte  der  Prinz  Heinrich  später  seine  Meinung  an  den  Tag.
Lange  Jahre  nachher  und  selbst  lange  nach  dem  Tode  des  Königs
Friedrich  errichtete  der  andere  Bruder  Heinrich  zu  Rheinsberg  den
Helden  des  siebenjährigen  Krieges  ein  Denkmal.  Unter  den  Helden,
die  dort  der  Prinz  Heinrich  feierte,  fehlte  Friedrich  der  König,
ward  als  der  erste  verherrlicht  Wilhelm.)

Nach  der  Schlacht  bei  Kollin  handelte  es  sich  nur  noch  um
die  Vertheidigung.  Fortan  erst  trat  der  Zustand  der  Dinge  ein,
in  welchem  man  diesen  König  so  gern  zu  erblicken  pflegt,  wie  er
mit  Löwenmuth  sich  wehrt  gegen  die  Schaaren  der  Feinde  ringsum.
  Es  ist  billig,  daß  wir  in  dieser  Zeit  ihn  selber  hören,  von
ihm  selbst  seine  Plane,  Hoffnungen  und  Berechnungen  vernehmen
aus  dem,  was  er  sagt,  und  aus  dem,  was  er  verschweigt.  Vielleicht
lassen  sich  dadurch  einige  Anschauungen  berichtigen.

Im  Juli  1757  schrieb  Friedrich  eine  apologie  de  ma  con-1)

  Oeuvres  XXVI.  178.  —  2)  Man  verglelche  das  Gitat  bei  Preuß.
II.  355.