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Fürst  ein  Manifest  ausgehen  lassen  mit  dem  Zugeständnisse,  daß
man  nach  seiner  Meinung  daran  zweifeln  dürfe.  Jeder  Fürst  verlangt
  Glaubwürdigkeit  für  sein  Wort.  Die  Betheuerung  dazu,
daß  er  die  Wahrheit  sage,  macht  für  den  Augenblick,  wo  er  spricht,
das  Gebot  des  Verstummens  um  so  schärfer  und  eindringlicher,
hat  dagegen  für  die  Nachwelt  den  Erfolg  die  geschichtliche  Kritik
um  so  lauter  herauszufordern.  Warum  findet  der  König  es  nöthig
das  was  er  sagt,  mit  so  vielen  Worten  zu  betheuern?  —  Sehen
wir  also  seine  Darlegung.

„Jedermann  weiß,“  sagt  der  König,  „daß  die  Unruhen,  welche
Europa  zerreißen,  ihren  Ursprung  genommen  haben  in  Amerika.
Der  Streit  zwischen  Engländern  und  Franzosen  über  den  Fang
des  Stockfisches,  ferner  über  einige  unbewohnte  Gegenden  in  Canada
  hat  die  Veranlassung  zu  diesem  grausamen  Kriege  gegeben.
Dieser  Krieg  war  so  entfernt  von  den  Besitzungen  der  deutschen
Fürsten,  daß  man  schwer  begreift,  wie  dieser  Brand  von  einem
Welttheile  überspringen  konnte  zu  einem  anderen,  der  damit  nichts
zu  thun  hatte.  Gegenwärtig  gibt  es  vermöge  der  Politik  unseres
Jahrhunderts  in  der  Welt  keinen  Streit,  so  gering  er  auch  sei,
der  nicht  in  kurzer  Zeit  die  ganze  Christenheit  ergreifen  und  in
Wirrwarr  zu  bringen  vermöchte.“

„Aber  es  handelt  sich  hier,“  fährt  der  König  fort,  „nicht  darum
allgemeine  Sätze  aufzustellen,  oder  sich  in  leeren  Declamationen
zu  ergehen:  wir  müssen  zur  Sache  selbst  kommen.  Im  Jahre  1755
befand  sich  Preußen  verbündet  mit  Frankreich  und  Schweden.“

Wir  haben  zunächst  zu  bemerken,  daß  Friedrich  II.  hier,  wie
auch  sonst  des  Reichsbandes,  welches  ihn  mit  den  anderen  deutschen
  Fürsten  unter  dem  Kaiser  hätte  einigen  sollen,  welches,  weil
es  ein  Verhältnis  der  Abhängigkeit  rechtlich  begründete,  jedenfalls
enger  war  als  irgend  welches  Bündnis  mit  auswärtigen  Mächten,
auch  nur  zu  erwähnen  nicht  für  nöthig  erachtet.  Darum  auch  redet  er
gar  nicht  von  einem  Kaiser,  sondern  nur  von  der  Königin  von  Ungarn.