Dreizehnter  Abschnitt.

Die  einfachste  und  natürlichste  Politik  für  einen  deutsch  gesinnten
Mann  hätte  geboten  sich  mit  dem  Kaiser  und  allen  anderen  deutschen
  Fürsten  zu  gemeinsamer  Abwehr  der  Fremden  zu  verbinden.
Nicht  also  war  es  Friedrichs  Sinn.  Er  wollte  gern  sich  mit  allen
Anderen  verständigen,  um  nur  den  Krieg  gegen  Oestreich,  den
Krieg  der  Deutschen  gegen  Deutsche  fortzusetzen.  Er  wußte  auch
diesem  Kriege  eine  ideale  Seite  abzugewinnen.  „Deutschland,"
meint  er  gegen  seine  Schwester  von  Baireuth,  „ist  gegenwärtig  in
einer  furchtbaren  Krisis.  Ich  bin  gezwungen  allein  die  Freiheit,
die  Privilegien,  die  Religion  desselben  zu  vertheidigen.“  Was  doch
hatte  abermals  mit  seinem  Kriege,  den  hauptsächlich  die  protestantischen
  Sachsen  und  Mecklenburger  bezahlen  mußten,  die  Religion
  zu  thun?  Was  doch  konnte  die  Religion  damit  zu  thun
haben  für  einen  Mann,  der  die  positiven  Kirchenformen  nur  unterschied
  nach  dem  größeren  oder  geringeren  Maße  der  Verachtung,
die  er  ihnen  zollte?  Auch  der  Markgräfin  mochte  diese  Ansicht
seltsam  vorkommen.  Sie  selbst  freilich  wandte  damals  sich  an
Geistliche,  nicht  jedoch  in  irgend  einer  religiösen  oder  kirchlichen
Absicht.  „Ich  leide  sehr  an  Schlaflosigkeit,“  meldet  sie.  „Ich  habe