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Und  lag  denn  nicht  etwa  diese  Kritik  sehr  nahe?

„Wenn  ich  dem  gewöhnlichen  Laufe  der  Natur  folge:  so  werden
  der  Kummer  und  meine  schlechte  Gesundheit  meine  Tage  in
wenigen  Jahren  enden.  Das  hieße  mich  selber  überleben  und  feige
dulden,  was  zu  vermeiden  in  meiner  Macht  steht.  Sie  allein,
meine  Schwester,  bleiben  mir  übrig  in  dem  Weltall  als  die  Einzige,
  an  die  ich  mich  binde.  Meine  Freunde,  meine  theuersten
Verwandten  ruhen  im  Grabe:  kurz  ich  habe  alles  verloren.  Wenn
Sie  denselben  Entschluß  fassen,  wie  ich:  so  enden  wir  zusammen
unser  Unglück  und  unsere  Leiden.  Diejenigen,  welche  in  der  Welt
bleiben,  mögen  dann  die  Sorgen  zu  Ende  bringen,  die  auf  ihnen
lasten,  um  die  Bürde  zu  tragen,  welche  so  lange  unsere  Schultern
gedrückt  hat.“

„Das  find  traurige  Reflexionen;  aber  sie  kommen  überein
mit  meinem  gegenwärtigen  Zustande.  Wenigstens  soll  man  nicht
von  mir  sagen  können,  daß  ich  die  Freiheit  meines  Vaterlandes
und  die  Größe  meines  Hauses  überlebt  habe.  Die  Epoche  meines
Todes  wird  diejenige  der  Tyrannei  des  Hauses  Oestreich  sein.“

Es  ist  der  stroherne  Schild,  mit  welchem  der  König  sich  zu
decken  sucht  gegen  den  nagenden  Vorwurf  im  Inneren.  Zu  dem
Hause  Oestreich  stand  das  gesammte  deutsche  Reich  bis  auf  Hannover,
  welches  eine  gerechte  Sache  der  Vertheidigung  gegen  Frankreich
  hatte,  welches  im  anderen  Falle  sicherlich  nicht  für  Friedrich  II.
von  Preußen  gegen  Oestreich  gekämpft  haben  würde.

„Aber  was  liegt  daran,“  fährt  der  König  fort,  „was  geschieht,
wenn  ich  nicht  mehr  bin?  Mein  Gedächtnis  wird  nicht  beladen
sein  mit  der  Erinnerung  des  Unglückes,  das  hereinbricht  nach  meinem
  Tode.  Man  wird  erkennen,  aber  zu  spät,  daß  ich  mich  bis
zu  Ende  der  Unterdrückung  und  der  Sklaverei  des  Hauses  Oestreich
entgegen  gestellt  habe,  und  daß  ich  nur  unterliege  durch  die  Feigheit
  derjenigen,  welche,  anstatt  ihren  eigenen  Vertheidigern  beizutreten,
  die  Partei  der  Unterdrücker  ergriffen  haben.“