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des  Dichters  selbst  etwas  bezweifeln.  Der  wirkliche  Ruhm  jener
Kriegslieder  besteht  darin,  daß  sie  die  einzigen  sind.

Auch  das  bekannte  Wort  von  Göthe,  daß  erst  mit  den  Tha—
ten  Friedrichs  im  siebenjährigen  Kriege  ein  rechter  Inhalt  in  die
deutsche  Poesie  gekommen  sei,  scheint  nicht  einen  Beweis  des  Gegentheils
  für  das  hier  Gesagte  beizubringen.  Es  handelt  sich  um  die
Frage  wirklicher  Leistungen,  die  unmittelbar  oder  mittelbar  den  Anregungen
  des  siebenjährigen  Krieges  entspringen.  Die  vorzüglichste
poetische  Arbeit,  die  wir  aus  jener  Zeit  besitzen,  Lessings  Minna
von  Barnhelm,  steht  in  sehr  starkem  Gegensatze  zu  den  Neigungen
des  Königs.  Die  bedeutendste  That,  durch  welche  der  König  anregend
  und  mittelbar  fördernd  gewirkt  hat,  dürfte  die  Schlacht  von
Roßbach  gegen  die  Franzosen  gewesen  sein,  eine  Schlacht,  die
Friedrich  II.  nach  seinem  Sinne  lieber  ungeschlagen  gelassen  hätte.
Für  das  Verhältnis  des  Königs  zu  deutscher  Poesie  und  Litteratur
überhaupt  dürfen,  wie  für  sein  ganzes  Thun  und  Wirken  hauptsächlich
  nur  seine  eigenen  Worte  maßgebend  sein.  Diese  werden
wir  später  zu  untersuchen  haben.  Wir  beschränken  uns  hier  zunächst
  auf  den  siebenjährigen  Krieg  und  suchen  nach  irgend  welchen
geistigen  und  idealen  Motiven.  Wir  haben  gesehen,  wie  der  König
wohl  einmal  sich  selbst  als  einen  Vorkämpfer  der  Religion  bezeichnet.
  Daß  Andere  ihn  dafür  hielten,  ist  glaublich;  denn  der
Mensch  legt  gern  hervorragenden  Persönlichkeiten  derartige  Motive
unter,  die  ihnen  einen  höheren  Glanz  zu  verleihen  scheinen.  Daß
der  Philosoph  aus  Voltaires  Schule,  der  Gönner  la  Mettries  und
Jordans,  der  Verfasser  des  Auszuges  aus  der  Kirchengeschichte
Fleurys  von  seinem  Eifer  für  die  Religion  spricht,  kann  nur  demjenigen
  nicht  lächerlich  erscheinen,  der  jene  Männer  und  Schriften
nicht  kennt.  Indessen  kommen  derartige  Worte  bei  dem  Könige
auch  nur  sehr  selten  vor.  Die  unendliche  Mehrzahl  seiner  Briefe
weiß  nichts  von  irgend  welchen  idealen  Beweggründen.  Die  Anregung
  derselben  durch  Reden  an  seine  Offiziere  verschmäht  er  bis