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redet  der  König,  als  hätte  er  die  Ereignisse  in  seiner  Gewalt.
Er  schreibt  am  1.  Dzbr.  an  seinen  Bruder  Heinrich:)  „Morgen
halten  wir  Ruhetag.  Am  folgenden  Tage  marschiere  ich  auf  den
Feind,  um  ihn  in  seiner  Stellung  hinter  Lissa  anzugreifen.  Dies
geschieht  am  4.,  5.  oder  6.  Wir  werden  den  Angriff  machen
eben  so  sehr  mit  Nachdruck,  als  mit  verständiger  Anordnung,  und
ich  schmeichle  mir,  daß  wir  mit  der  Hülfe  des  Himmels  den  Feind
schlagen  werden.“  Die  Schlacht  bei  Leuthen  oder  Lissa  ward  am
5.  geschlagen.  Man  weiß,  daß  der  Sieg  hauptsächlich  errungen
wurde  durch  das  überlegene  Geschick  des  Königs  selbst.

Damals  hat  Friedrich  noch  Vertrauen  auf  den  persönlichen
Muth  seiner  Soldaten.  Fortan  sinkt  dasselbe.  Nach  der  Schlacht
bei  Zorndorf  spricht  er?)  den  Vorwurf  aus,  daß  die  Cujone  mitten
in  der  Schlacht  sich  beklagen,  sie  hätten  kein  Pulver  mehr.  Er
glaubt  die  Ursache  zu  erkennen.  Sie  verschießen  es  blind  weg,  um
es  los  zu  werden.  Er  findet  ein  Auskunftsmittel.  Er  läßt  jedem
Bataillone  einen  Pulverwagen  beigeben.  Bald  nachher  werden
seine  Klagen  nachdrücklicher.)  „Es  ist  kein  Ehrgefühl  mehr  in
den  Truppen:  man  weiß  nicht,  in  wie  fern  man  sich  auf  sie  verlassen
  darf.  Ich  mache  gute  Miene  mit  den  Cujons;  aber  ich  wage
nicht  etwas  Kühnes  mit  ihnen  zu  unternehmen.“  Als  Wedell  bei
Züllichau  geschlagen  wird,  ruft  der  König  ihm  tröstend  zu:  “)  „Es
ist  nicht  seine  Schuld,  daß  die  Schurken  so  schändlich  laufen.“

Es  ist  merkwürdig,  daß  Friedrich  hier  wie  so  oft  ernten  wollte,
wo  er  nicht  gesäet  hatte.  Er  selbst  hatte  den  Abstand  zwischen
Adligen  und  Bürgerlichen  zu  einer  Kluft  erweitert,  wie  sie  früher
nie  gewesen  war.  Er  selbst  schloß  jeden  bürgerlich  Geborenen  vom
Offiziersstande  aus.  Er  mußte  während  dieses  Krieges  Bürgerliche
  aufnehmen,  weil  er  nicht  anders  konnte;  aber  die  Zahl

1)  Oenv.  XXVI.  166.  —  2)  a.  a.  O.  p.  185.  —  3)  Oeuv.  XXVI  p.

543.  —  4)  Preuß:  Urkundenbuch  IL  66.
Klopp,  der  König  Frichrich  U.  17