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wäre.  Im  Jahre  1773  durchreiste  ein  Franzose,  Namens  Guibert,
das  deutsche  Land.  Er  war  als  Militärschriftsteller  ein  Mann  von
Ruf,  und  fand  als  solcher  auch  bei  dem  Könige  von  Preußen
günstige  Aufnahme.  Er  legte  seine  Erfahrungen  über  seine  Reise
in  ein  Tagebuch  nieder,  welches  erst  1803  gedruckt  wurde.  Er  betrachtet
  Preußen.

„In  diesem  Staate,“  sagt  Guibert,  )  „den  wir  einen  Militärstaat
  nennen,  weil  der  König  desselben  ein  geschickter  Krieger  ist,
in  diesem  Staate,  der  sich  vergrößert  hat  durch  die  Waffen,  der
nur  durch  sie  existirt,  und  nur  durch  sie  seine  Eroberungen  zu
erhalten  sich  schmeicheln  darf,  sind  die  Truppen  nicht  kräftiger  constituirt,
  als  anderswo.  Sie  sind  nicht  national.  Sie  sind  mehr
als  in  irgend  einem  anderen  Lande  eine  Sammlung  von  Soöldnern,
  fremden  Vagabunden,  welche  Unbeständigkeit  oder  Noth  unter
die  Fahne  führt,  und  die  Disziplin  dort  zurückhält.  Diese  in
einiger  Beziehung  feste  und  wachsame  Zucht  ist  verächtlich  und  lax
in  vielen  anderen.  Im  Vergleiche  zu  derjenigen  der  Römer  ist  sie
nur  eine  Zusammenkettung  von  sehr  verschiedenen  Dingen,  von
halben  Mitteln,  von  fehlerhaftem  Flickwerk.  Diese  schlecht  constituirten
  Truppen  haben  glückliche  Kriege  geführt;  aber  sie  verdanken
  ihre  Erfolge  der  Unwissenheit  ihrer  Gegner,  dem  Geschicke
ihres  Königs,  einer  ganz  neuen  Wissenschaft  der  Bewegung,  deren
Urheber  er  ist.  Wenn  nach  dem  Tode  dieses  Fürsten,  dessen  Geist
allein  das  mächtige  Gebäude  seiner  Heerverfassung  aufrecht  hält,
ein  schwacher  und  talentloser  König  folgt:  so  wird  man  in  wenigen
Jahren  das  preußische  Heer  entarten  und  zerfallen  sehen.  Man
wird  sehen,  wie  diese  ephemere  Macht  zurücktritt  in  die  Sphäre,
welche  die  wirklichen  Mittel  ihr  anweisen,  und  vielleicht  wird  man
sie  einige  Jahre  des  Ruhmes  theuer  bezahlen  sehen.“

Als  der  Franzose  Guibert  diese  preußischen  Truppen  sah,  war

1)  Dohm  V.  268.
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