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doch  schon  wieder  eine  große  Umwandlung  eingetreten  seit  der  Zeit
des  siebenjährigen  Krieges.  Die  Zucht  war  hergestellt.  Und  vor
allen  Dingen  enthielt  das  Heer  des  Königs  nicht  mehr  so  viele
fremdartige,  widerwillige  Elemente,  wie  im  siebenjährigen  Kriege.
Wir  haben  dies  näher  anzugeben.

Widerwillig  waren  von  den  eigenen  Unterthanen  des  Königs
zuerst  und  zumeist  die  Soldaten  aus  Schlesien.)  Den  Regimentern
  von  daher  war  im  Vordertreffen  nicht  zu  trauen.  Der  Grund
liegt  nahe.  Die  Erinnerung  an  Oestreichs  mildere  Herrschaft  hatte
sich  in  einem  halben  Menschenalter  noch  nicht  verdunkeln  können.
Aber  Friedrich  zählte  unter  seinen  Soldaten  nicht  bloß  eigene  Landeskinder
  und  angeworbene  Fremde,  sondern  auch  andere  Deutsche.

Wir  wissen  bereits,  wie  seit  den  Zeiten  Friedrich  Wilhelms  J.
das  was  man  preußische  Werbung  nannte,  die  Gemüther  der
Menschen  in  den  Nachbarländern  von  Brandenburg  mit  Angst  und
Schrecken  erfüllte,  wie  der  Vater  mit  Sorgen  und  Bangen  seine
Söhne  kräftig  und  stark  heranwachsen  sah,  weil  eben  ihre  Gesundheit,
  ihre  Kraft,  ihre  Leibesgröße  sie  neuen  Gefahren  aussetzte.
Wir  haben  gesehen,  wie  Friedrich  II.,  obwohl  die  Leibesgröße  in
seinen  Augen  nicht  mehr  ein  solches  Gewicht  hatte,  wie  einst  bei
seinem  Vater,  dennoch  das  System  desselben  im  Wesentlichen  ungemildert
  beibehielt.  Wir  haben  gesehen,  wie  der  König  in  der
Weigerung  des  Herzogs  von  Mecklenburg  gegen  das  Pressen  seiner
Unterthanen  für  den  preußischen  Dienst  eine  strafbare  Widersetzlichkeit
  fand,  und  sich  demnach  selbst  das  verschaffte,  was  er  sein  Recht
nannte.  Wir  haben  ferner  gesehen,  wie  er  beim  Beginne  des
Krieges  die  unglücklichen  gefangenen  Sachsen  unter  seine  Truppen
steckte,  und  sie  zwang  ihm  den  Eid  der  Treue  zu  leisten.  Es  war
nicht  eine  einmalige  Handlung.  Es  war  das  System  des  Königs.
Er  steckte  desgleichen  gefangene  Oestreicher  unter.  )  Er  gebot  die

1)  Preuß:  Urkundenbuch  V.  61.  —  2)  a.  a.  O.  130.  128.  145.