2-jeden

  Rekruten  100  Thlr.,  für  jedes  Pferd  auch  100  Thlr.  Der
König  treibt  beständig  und  droht  dem  Major  Dyherrn  mit  anderen
Maßregeln.

Sobald  der  Friede  geschlossen  war,  bat  Dyherrn  um  Urlaub,
und  wenige  Monate  darauf  um  seinen  Abschied.  Der  König  gewährte
  denselben  nicht,  sondern  verlangte,  daß  Dyherrn  noch  einmal
  erwäge,  ob  die  Umstände  seiner  Gesundheit  so  bedenklich  seien,
wie  er  glaube.  Dyherrn  beharrte,  und  der  König  gewährte.  Der
Major  war  damals  34  Jahre  alt.

In  ähnlicher  Weise  finden  sich  andere  Befehle  des  Königs,
treibend,  drängend  auf  die  Executionen  mit  Ernst  und  Nachdruck.
Eine  Milderung,  einen  Nachlaß  des  einmal  Verlangten  haben  wir
in  seinen  Befehlen  nicht  gefunden.  Man  erwiedert  uns:  seine
Länder  waren  zum  Theile  in  Feindes  Hand:  was  sollte  er  machen?
—  Wer  in  dieser  Frage  seine  Beruhigung  findet,  dem  ist  sie  nicht
zu  nehmen.  Er  selbst  sagt,  1)  daß  seine  Länder  während  des
Krieges  ihm  jährlich  vier  Millionen  einbrachten,  Sachsen  sechs  bis
sieben  Millionen.  Mecklenburg  zahlte  ihm  in  Allem  siebzehn  Millionen.
  Vor  allen  Dingen  würde  für  diejenigen,  welche  sich  mit
der  Handlungsweise  des  Königs  einverstanden  erklären,  die  Frage
zu  untersuchen  übrig  bleiben,  ob  jemals  seine  Gegner  in  solcher
Art  an  seinen  Ländern  gehandelt  haben,  wie  er  es  gegen  die  ihrigen
that.  Wir  sehen  ab  von  Russen  und  Franzosen,  und  reden  nur
von  den  deutschen  Gegnern  Friedrichs.

Und  doch  scheinen  preußische  Offiziere  zuweilen  auch  selbst  die
Russen  überboten  zu  haben.:)  Wir  haben  schon  früher  gesehen,
wie  Friedrich  II.  es  seiner  Schwester  von  Baireuth  höchst  übel  genommen,
  daß  sie  einen  Zeitungs-Redacteur  zu  Erlangen  nicht  be-1)

  Oeuv.  IV.  Hist.  de  la  g.  de  7  ans  gegen  Ende.  —  2)  Preuß.
II.  259.