vierzehnter  Abschnitt.

Auch  bei  voller  Anerkennung  des  militärischen  Geschickes,  welches
  vor  allen  Anderen  der  König  selbst,  sein  Bruder  Heinrich  und
der  Prinz  Ferdinand  von  Braunschweig  entwickelten,  erscheint  es
dennoch  fast  wunderbar,  daß  Friedrich  II.  so  durch  die  Klippen
und  Wirbel  dieses  Krieges  habe  hindurchsteuern  können.  Allein
betrachten  wir  seine  Gegner  näher.  Ihre  Vielheit  machte  sie  gefährlich
  auf  der  einen,  schwächer  auf  der  anderen  Seite.  Sehen
wir  zunächst  die  Franzosen.  Ihr  Krieg  galt  im  Grunde  nur  den
deutschen  Besitzungen  des  Königs  von  England:  dem  Kurfürstenthum
  Hannover.  Ihr  Heer  ward  einmal  von  Friedrich  II.  bei
Roßbach  geschlagen,  und  von  da  an  bleibt  der  Kriegsschauplatz  im
Westen  fortdauernd  von  demjenigen  des  Königs  getrennt.  Der
Krieg  im  Westen  gegen  die  Franzosen  ist  fortan  ein  eigentlich
nationaler  Krieg,  den  der  Deutsche  nicht  mit  Unwillen,  sondern
mit  Freude  über  die  Angehbrigen  seiner  Nation  betrachten
kann.  Was  dort  geschah,  war  die  gerechte  Abwehr  des  Erbfeindes.


Auch  war  der  französische  Hof  nicht  so  völlig  abgeneigt  mit
dem  alten  Freunde  wieder  anzuknüpfen.  Der  Auftrag,  den  Friedrich
  noch  im  Jahre  1757  an  die  Markgräfin  gegeben,  blieb  nicht

Klopp,  der  König  Friedrich  II.  18