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daß  man  den  feindlichen  Heeren  besondere  Heere  entgegen  stellt;
allein,  wenn  es  sich  um  den  Untergang  handelt:  so  ist  es  nothwendig
  zu  wissen,  welche  Todesart  die  langsamste  sei.  Wenn  das
Ende  noch  fern  ist:  so  ist  immer  einige  Hoffnung,  daß  ein  unvorhergesehenes
  Ereignis  eintritt.“

Der  Prinz  Heinrich  schrieb  diese  Worte  am  16.  Januar  1762.
Das  unvorhergesehene  Ereignis,  welches  retten  konnte,  war  damals
schon  da:  man  wußte  es  nur  nicht.  Kaum  hatte  der  König  den
Brief  seines  Bruders  empfangen,  als  er  zurück  meldete:  „In  diesem
  Augenblicke  erhalte  ich  die  wichtige  Nachricht  von  dem  Tode
der  russischen  Kaiserin  am  5.  Januar.  Ich  übersehe  noch  die  Folge
dieses  Ereignisses  nicht,  und  wir  müssen  uns  noch  vierzehn  Tage
gedulden;  aber  ich  schmeichle  mir  mit  der  Hoffnung,  daß  es  nicht
zum  Nachtheile  für  uns  sich  wenden  werde.“  Die  vierzehn  Tage
waren  noch  nicht  abgelaufen,  als  Friedrich  bereits  melden  konnte
am  31.  Januar:  „Czernitschew  mit  den  Russen  zieht  ab.  Unser
Rücken  ist  frei.  Die  Oestreicher  werden  sich  näher  an  die  Franzosen
  ziehen  müssen.  Unfehlbar  wird  diese  Wendung  auch  die  Entschlüsse
  der  Schweden  bedingen.  Demnach  werden  alle  unsere
Truppen  im  Norden  und  Osten  verfügbar.  Danken  wir  dem  Himmel
  für  dieses  Ereignis!"

So  tief  wurzelt  das  religiöse  Bedürfnis,  so  sehr  ist  es  eins
mit  dem  innersten  Wesen  des  Menschen,  daß  auch  derjenige,  der
im  ruhigen  Flusse  des  Lebens  sich  begnügt  mit  der  schaalsten  und
mattesten  Philosophie,  dennoch  bei  bedeutenden  Schicksalswendungen
unwillkürlich  dem  innersten  Triebe  seiner  Seele  gehorchen  muß.

Die  Czarin  Elisabeth  war  gestorben.  Ihr  Neffe  und  Nachfolger,
  der  holsteinische  Herzog  Peter,  trug  eine  fast  kindisch  lächerliche
  Verehrung  für  den  König  Friedrich  zur  Schau.  Der  König
erkannte  vollaus  den  Werth  dieses  Freundes.  „Ich  komme  mir
vor“  ruft  Friedrich  aus  1),  „wie  ein  schlechter  Poet,  der,  nachdem

1)  Oeuv.  XX.  p.  285.