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der  Erinnerung  an  den  Feind,  mit  dem  man  doch  eigentlich  und
hauptsächlich  zu  thun  gehabt:  an  Oestreich.  Und  dieses  Gefühl,
das  ohnehin  schon  vorhanden  war,  wurde  nun  mit  eifriger  Geschäftigkeit
  genährt  und  geschürt.

Darin  trat  abermals  der  König  selbst  voran.  Der  Krieg  war
kaum  zu  Ende,  als  er  schon  begann  die  Geschichte  desselben  zu
schreiben.  Man  kennt  seine  ganz  außerordentliche  Thätigkeit.  Schon
am  17.  Dzbr.  1763  unterzeichnete  er  das  fertige  Werk.  1)  Er  hatte
im  Voraus  die  Absicht  dazu  gefaßt  und  darum  vorgearbeitet.  Am
Ende  jedes  Feldzuges  schrieb  er  die  Denkwürdigkeiten  desselben
nieder,  und  verband  sie  mit  politischen  Erörterungen.  Er  sagt
selbst  die  leitenden  Zwecke,  die  er  dabei  hatte.  Der  erste  und
hauptsächlichste  war  für  die  Nachwelt  den  Beweis  zu  führen  und
klar  darzulegen,  daß  es  nicht  von  ihm  abgehangen  habe  diesen
Krieg  zu  vermeiden.  Er  hat  diese  seine  Absicht  auf  eine  höchst
merkwürdige  und  staunenswerthe  Weise  insofern  erreicht,  als  die
Späteren  seiner  Ueberredungsgabe  einen  sehr  bereitwilligen  Glauben
beimaßen.  Die  Späteren  nahmen  die  beredt  geschriebene  Selbstvertheidigung
  des  Königs  in  der  That  für  Geschichte,  und  es  ist
in  unseren  Tagen  dahin  gekommen,  daß  jede  neue  Erwägung  dieser
Verhältnisse  von  einem  großen  Theile  der  Nation  mit  Mistrauen
aufgenommen  wird.  Die  Geschicklichkeit  des  Königs  Friedrich  II.
in  dieser  Weise  sich  geltend  zu  machen  und  es  durchzusetzen,  daß
er  bei  der  Nation,  die  nicht  unmittelbar  mehr  die  Leiden  seiner
Kriege  empfindet,  als  ein  unschuldig  Angegriffener  dasteht,  ist  ein
Erfolg,  der  auf  die  Dauer  demjenigen  des  Gewinnes  von  mehr
als  einer  blutigen  Schlacht  völlig  die  Wage  hält.  Denn  obwohl
in  den  letzten  Jahrzehnten  andere  Stimmen  sich  dagegen  haben
vernehmen  lassen,  ernst  und  nachdrücklich  darauf  hingewiesen
haben,  daß  es  nach  Maßgabe  menschlicher  Wahrscheinlichkeit  in

1)  Oeuv.  IV.  Avantpropos.