Fünfzehnter  Abschnitt.

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Es  war  seit  Jahrhunderten  die  Weise  der  deutschen  Fürsten,
welche  auf  Kosten  des  deutschen  Reiches  und  der  Nationaleinheit
eine  Selbständigkeit  erstrebten,  oder  auch  der  für  sich  unmächtigen
Könige  von  Dänemark  und  Schweden,  wenn  sie  auf  Kosten  des
deutschen  Reiches  Eroberungen  zu  machen  gedachten,  um  Hülfe
sehnend  nach  Osten  und  nach  Westen  auszuschauen:  in  Versailles
und  in  Constantinopel.  Wie  haben  gesehen,  wie  auch  Friedrich  II.
lange  Zeit  diesen  Weg  verfolgte,  der  ihm  so  natürlich  erschien.  Wir
haben  ferner  gesehen,  wie  seine  politische  Rechnung  im  Beginne
des  Jahres  1756  sich  auf  die  Meinung  stützte,  daß,  er  thue  auch
was  er  wolle,  dennoch  Frankreich  niemals  feindlich  gegen  einen  so
nützlichen  Bundesgenossen  auftreten  werde.  In  dieser  Berechnung
schloß  er  den  Vertrag  von  Westminster.  Wir  haben  gesehen,  wie
seine  Berechnung  irrig  war.  Erst  nach  diesem  Vertrage  von  Westminster
  setzte  Kaunitz  das  Ziel  seines  politischen  Strebens  durch:
die  Trennung  Frankreichs  und  Preußens.  Fortan  waren  sie  getrennt;
  denn  Oestreich  blieb  mit  Frankreich  in  gutem  Einvernehmen.
Das  Interesse  war  ein  gegenseitiges,  und  es  ist  sehr  wichtig  dies
festzuhalten,  weil  dem  althergebrachten  Gerede,  als  ob  lediglich  das
persönliche  Interesse  der  Pompadour  dies  Bündnis  bewirkt  habe,
allzu  viel  Gewicht  beigelegt  wird.  Warum  denn  behielt  man  dies