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Uebergriffe,  unter  ihnen  namentlich  Hannover,  das  die  seltsame
Verkettung  der  Dinge  eben  vorher  zum  Freunde  des  Preußen  gemacht
  hatte.  Wie  den  deutschen  Fürsten  vor  ihm  bangte:  so  nicht
minder  ihren  Unterthanen.  Denn  das  Verhalten  des  Königs  gegen
den  Handel  und  die  Gewerbe  der  Nachbaren  im  Reiche  war  fast
feindlich.  Ob  der  Ruhm  des  Königs  seine  eigenen  Unterthanen
sättigte  für  das  was  sie  entbehren  mußten,  mag  dahin  gestellt  sein:
die  anderen  Deutschen,  die  damals  täglich  fühlten,  welchen  Druck,
welche  Hemmnisse  der  König  von  Preußen  ihnen  bereitete,  trugen
zu  ihm  keine  Neigung  irgend  welcher  Art.  Eine  Annäherung  des
Königs  zu  dem  Reiche  konnte  nicht  Statt  finden.  )

Sollte  nun  Friedrich  II.  sein  Heil  suchen  im  engen  Anschluß  an
Deutschland,  sollte  er  im  treuen  Bunde  mit  der  Hauptmacht,  die  noch
immer  der  freilich  täglich  mehr  verblassende  Schimmer  des  kaiserlichen
  Namens  umkleidete,  zusammen  stehen  gegen  die  gemeinsamen
Feinde  im  Osten  und  Westen?  Wir  müssen  bezweifeln,  ob  auch
nur  der  Gedanke  einmal  in  Friedrichs  Seele  aufgestiegen  sei.  Er
kannte  nur  Haß  gegen  Oestreich,  auf  dessen  Kosten  er  sich  vergrößert
  hatte.  Er  wollte  ferner  sich  vergrößern,  wenn  nicht  zunächst
  auf  Kosten  Oestreichs,  so  seiner  anderen  Nachbaren  im  Reiche,
und  in  einem  solchen  Streben  nach  Eroberung  mußte  er  als  seinem
natürlichen  Feinde  begegnen  —  Oestreich.  Mit  dieser  Macht  schloß
er  in  seiner  Seele  nur  einen  Waffenstillstand.  Gegen  diese  Macht
suchte  er  Freundschaft  und  Bündnis  überall,  wo  eine  Aussicht  sich
dazu  bot.  Eine  solche  ging  ihm  auf  in  Rußland.

Wir  haben  gesehen,  wie  Katharine  II.,  welcher  Friedrich  als
ehemaligen  Prinzessin  von  Anhalt-Zerbst  selber  die  Bahn  des
Glanzes  eröffnet,  nach  dem  Morde  ihres  Gemahles  zuerst  sich  fast
feindlich  gegen  Friedrich  II.  stellte.  Dies  war  nur  für  kurze  Zeit.
Dann  erkanuten  Beide  das  gemeinsame  Interesse.  Doch  gingen

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1)  Dohm  I.  17.