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daß  die  preußischen  Soldaten  ihre  Pferde  in  die  katholischen  Kirchen
führten,  die  Altäre  und  die  Hostien  verspotteten  und  die  Crucifixe
hinauswarfen.  Solche  Uebungen  in  der  praktischen  Anwendung
der  Philosophie  liefen  dem  Interesse  des  Königs  allzu  schnurgerade
entgegen.  Der  preußische  Gesandte  in  Warschau  bat  dieselben  zu
verbieten  und  zu  bestrafen.

Mithin  kann  die  Anklage  einer  muthwilligen,  zwecklosen  Grausamkeit,
  welche  Dohm  gegen  den  König  erhebt,  nicht  als  gerechtfertigt
  erscheinen.  Die  Offiziere  überschritten  offenbar  ihre  Befehle.

Eine  Mishandlung  von  Seiten  der  Oestreicher  in  den  Gegenden,
  welche  sie  besetzten,  hat  Niemand  jemals  behauptet.

Dies  geschah  gegen  das  Ende  des  Jahres  1770.  Am  8.  Januar
  1771  war  der  Prinz  Heinrich  bei  der  Kaiserin  Katharine  II.
zu  Abend.  1)  Sie  warf  scherzend  hin,  daß  die  Oestreicher  sich  in
Polen  zweier  Starosteien  bemächtigt  und  auf  den  Grenzen  derselben
das  kaiserliche  Wappen  aufgerichtet  hätten.  Sie  fügte  hinzu:  „Aber
warum  sollte  nicht  Jedermann  davon  nehmen?“  Der  Prinz  entgegnete:
  obwohl  sein  Bruder  einen  Cordon  dort  gezogen:  so  habe
er  doch  nicht  Starosteien  besetzt.  Die  Czarin  erwiederte  lachend:
„Aber  warum  nicht  besetzen?“  —  Kurz  nachher  trat  der  Graf  Czernitschew
  heran,  sprach  mit  dem  Prinzen  über  denselben  Gegenstand
und  fügte  hinzu:  „Aber  warum  nicht  das  Bisthum  Ermeland  wegnehmen?
  Denn  wie  die  Dinge  liegen,  muß  doch  Jeder  etwas  haben.“
Der  Prinz  berichtet  dies  dem  Bruder.  „Obwohl  es  nur  Scherzreden
  waren,“  fügt  er  hinzu:  „so  ist  es  doch  gewis,  daß  sie  nicht
umsonst  gesprochen  werden  sollten,  und  ich  zweifele  nicht,  daß  Sie
möglicher  Weise  bei  dieser  Gelegenheit  etwas  profitiren  können.“
Er  fügt  hinzu:  „Der  Graf  Panin  ist  jedoch,  wie  es  scheint,  nicht
für  diese  Sache.  Aber  auch  er  will  Freundschaft  mit  Oestreich,  und
zwar  durch  preußische  Vermittelung.  Denn  der  erste  Grundsatz  in
Rußland  ist  einig  mit  Preußen  zu  sein.“

1)  Oeuv.  XXVI.  346.