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Unersättlichkeit,  welchen  ich  doch  nicht  mehr  mir  beigelegt  wünsche,
als  man  es  jetzt  schon  in  Europa  thut.“

Zweierlei  ergibt  sich  aus  diesem  Briefe:  der  König  will  nicht
um  Kleinigkeiten  den  bösen  Ruf  der  Habgier,  den  er  nach  seiner
Meinung  bereits  hat,  noch  vermehren.  Und  ferner:  die  Czarin
Katharina  vertheilt.  Sie  gibt,  und  Friedrich  nimmt.  Von  Oestreich
ist  bis  dahin  nicht  weiter  die  Rede,  als  daß  sich  deutlich  die  Erwartung
  ausspricht:  es  werde  sich  feindlich  gegen  die  Theilung
stellen.  Die  Rolle  der  Czarin  Katharina  tritt  in  der  Folge  deutlicher
  hervor.

So  geringschätzig  indessen  auch  Friedrich  II.  von  dem  Bisthume
  Ermeland  sprach:  so  erhielt  doch  der  Präsident  Domhardt
bereits  am  19.  Februar,  1)  also  sechs  Wochen  nach  jener  Unterredung
  des  Prinzen  Heinrich  mit  der  Czarin,  unter  dem  Gebote
der  äußersten  Verschwiegenheit  den  Befehl  der  genauen  Erkundigung,
wie  hoch  sich  der  Ertrag  von  Ermeland  belaufe.  Am  10.  März
folgen  Befehle  zur  Erkundigung  über  Pomerellen  ohne  Danzig.

Im  Juli  1771  berichtet  der  König:?)  „Nach  den  Briefen,  die
ich  heute  aus  Rußland  erhalte,  würde  mein  Antheil  bestehen  in
Pomerellen  bis  zur  Netze,  Culm,  Marienburg  und  Elbing.  Das
ist  rechtschaffen“  —

Wie  in  aller  Welt  kamen  denn  Rechtschaffenheit  und  die  Vertheilung
  Polens  durch  die  Czarin  zusammen?

„und  vergilt  die  Subsidien,  die  ich  bezahlt,  und  andere  unvermeidliche
  Ausgaben,  welche  der  Türkenkrieg  mir  verursacht  hat.“

Oestreich  und  Rußland  treten  sich  damals  noch  nicht  näher.
Friedrich  erwartet  den  Bruch.  „Die  Russen,“  sagt  er  am  25.
Septbr.  1771,  „sind  erzürnt  über  die  trockene  herrische  Antwort
Oestreichs.  Das  ist  der  rechte  Zeitpunkt  unseren  Vertrag  mit  Rußland
  zu  unterzeichnen.  Wir  können  Erwerbungen  machen,  ohne

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1)  Preuß:  Urkundenbuch  V.  183.  —  2)  Oeuv.  XXVI.  353.