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den  Degen  zu  ziehen.  Sachsen  schließt  sich  an  Oestreich  an.  Indessen
  was  auch  der  gute  Kurfürst  thun  mag:  wenn  ein  Kriegsfeuer
  ausbricht:  so  wird  sein  Land  beiden  kriegenden  Parteien  zum
Tummelplatze  dienen.“  Schon  im  October  1771  hat  der  König
die  Grundzüge  für  die  neue  Einrichtung  fertig.  1)  Er  hofft  damals
  noch  Danzig  mitzubekommen.  Aber  die  Czarin  will  es  nicht
geben.  „Oestreich  ist  noch  immer  nicht  geneigt,“  meint  er;  „aber
ich  kann  doch  nicht  glauben,  daß  Oestreich  es  auf  einen  Bruch  mit
Rußland  ankommen  lassen  will.“

Also  die  Sache  lag  dergestalt:  Oestreich  sah  sich  in  die  Lage
versetzt  entweder  Genosse  zu  sein  in  der  Theilung  Polens,  oder
einen  Krieg  zu  führen  mit  Rußland  und  aller  Wahrscheinlichkeit
nach  mit  Preußen  dazu.

Man  kennt  den  Widerstand  der  edlen  Maria  Theresia.  Derselbe
  charakterisirt  sich  in  einem  ihrer  Briefe  2)  an  Kaunitz.  „Als
alle  meine  Länder  angefochten  wurden,  und  ich  gar  nicht  mehr  wußte,
wo  ich  ruhig  niederkommen  sollte,  steifete  ich  mich  auf  mein  gutes
Recht  und  den  Beistand  Gottes.  Aber  in  dieser  Sache,  wo  nicht
allein  das  offenbare  Recht  himmelschreiend  wider  uns,  sondern
auch  alle  Billigkeit  und  die  gesunde  Vernunft  wider  uns  ist,  muß
bekennen,  daß  Zeitlebens  nit  so  beängstigt  mich  befunden  und  mich
sehen  zu  lassen  schäme.  Bedenk  der  Fürst,  was  wir  aller  Welt
für  ein  Exempel  geben,  wenn  wir  um  ein  elendes  Stück  von  Polen
oder  von  der  Moldau  und  Wallachei  unsere  Ehre  und  Reputation
in  die  Schanze  schlagen.  Ich  merke  wohl,  daß  ich  allein  bin  und
nicht  mehr  in  Kraft.  Darum  lasse  ich  die  Dinge,  jedoch  nicht
ohne  meinen  größten  Gram,  ihren  Weg  gehen.“  Es  blieb  für
Oestreich  keine  Wahl.  Am  9.  April  1772  meldete  Friedrich  seinem
Bruder  3):  „Ich  glaube,  daß  Oestreich,  um  nicht  seine  Verbündeten

1)  Preuß:  Urkundenbuch  V.  184.  —  2)  Hormayr:  Taschenbuch  1831  S.
66.  —  3)  Oeuv.  XXVI.  256.