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beweisen,  daß  der  Ertrag  der  Fabriken  in  Preußen  sich  zu  demjenigen
  des  Ackerbaues  verhalte,  etwa  wie  sechs  zu  eins:  so  dürfen
wir  annehmen,  daß  er  auch  diese  Frage  zur  Befriedigung  gelöst  habe.

Der  König  selbst  verfuhr  nur  praktisch.  Die  neuen  Grenzpfähle
  wurden  gesetzt.  Es  schien  doch  zu  wenig,  was  man  erhielt.
Sie  wurden  weiter  gerückt.  Abermals  erschien  es  zu  wenig.  Man
rückte  sie  abermals  weiter,  und  wiederum  zum  dritten  Male.  Da
endlich  ward  der  Unwille  der  Geberin  rege.  Katharine  II.  tadelte
es.  Der  König  Friedrich  II.  entschuldigte  sich:  er  habe  dies  nur
gethan  wegen  der  Gleichheit  mit  Oestreich.  Endlich  blieben  die
Grenzpfähle  stehen.  Sie  zeigten  den  Adler  mit  der  Unterschrift:
Suum  cuique.  Was  sollten  die  unglücklichen  Polen  thun?  Sie
schrieben  auf  die  Grenzpfähle  ein  Wort  dazu,  nämlich:  rapuit.  )

Die  Polen  mußten  huldigen,  gutwillig  oder  mit  Gewalt.  Der
König  ließ  den  Tag  festlich  begehen.  Der  General  Stutterheim
erhielt  den  Befehl  zur  größeren  Verherrlichung  2000  Thlr.  in  verschiedenen
  preußischen  Münzen  unter  das  Volk  auszuwerfen.  Der
König  berechnete,  daß  die  neue  Erwerbung  ihm  jährlich  1½  Million
  Thaler  bringen  werde.  1½)

Auch  Friedrich  seinerseits  übte  das,  was  er  seinen  Witz  und
seine  Poesie  nannte,  an  den  unglücklichen  Polen.  Wir  halten  für
die  meisten  Fälle  seines  Lebens  die  scharfe  Kritik,  welche  diese  Art
der  Poesie  von  den  Gegnern  erfahren,  für  eben  so  ungerecht,  wie  die
Verehrung  der  Späteren,  welche  auch  diese  Poesie  der  Unsterblichkeit
  für  würdig  erklärt  hat.  Wir  berühren  hier  dieselbe  nur  zur
Charakteristik  der  Sinnesart  des  Königs.  Er  schrieb  ein  Gedicht:
la  guerre  des  confédérés,  in  sechs  Gesängen.  Er  gesteht,  daß  er
sich  in  der  Schilderung  der  Conföderirten  alle  Freiheit  erlaubt  habe,
die  man  dem  Dichter  gestatte.  Der  französische  Philosoph  d'Alembert
  fragte  ihn  verwundert,  ob  es  denn  wahr  sei,  daß  der  Bischof

1)  Mir.  u.  Mauv.  I.  303.  —  2)  Preuß:  Urkundenbuch  V.  208.
Klopp,  der  König  Friedrich  U.  20