Sechszehnter  Abschnitt.

Es  ist  eine  gewöhnliche  Annahme,  die  sich  namentlich  auf  die
Schriften  von  Friedrich  II.  selbst  und  dem  Minister  Herzberg  stützt,
daß  es  nach  dem  Frieden  die  angelegentlichste  Sorge  des  Königs
gewesen  sei  den  Wohlstand  seiner  Länder  herzustellen.  Daß  Friedrich
  die  Absicht  hatte,  ist  ganz  unzweifelhaft.  Es  fragt  sich  nur
dann,  ob  die  Mittel,  durch  welche  er  diese  Absicht  zu  erreichen
strebte,  dem  großen  Zwecke  entsprachen.  Und  hierbei  scheint  uns
auf  ein  Zeugnis  in  der  Regel  zu  wenig  Werth  und  Gewicht  gelegt
zu  sein,  nämlich  auf  das  Zeugnis  der  Betheiligten  selbst,  deren
Wohlstand  erblühen  sollte.  Wir  werden  im  Laufe  unserer  Untersuchung
  auf  die  Zeugnisse  dieser  Art,  so  spärlich  sie  bei  der  Lage
der  Dinge  sich  offen  aussprechen  durften,  das  meiste  Gewicht  zu
legen  haben.

Die  Hauptsache  für  Friedrich  II.  unter  allen  Umständen  war
das  Heer.  Dieses  mußte  gekräftigt  und  vermehrt  werden.  Einige
Jahre  nach  dem  siebenjährigen  Kriege  trug  Maria  Theresia  dem
Könige  an  die  beiderseitigen  Heere  in  völlig  gleichem  Verhältnisse
zu  vermindern  und  sich  das  Wort  zu  geben,  daß  man  über  einen
Armeebestand,  wegen  dessen  man  sich  einmal  vereinbart  hätte,  nicht
hinausgehen  wollte.  )  Es  war  ein  Vorschlag,  dessen  Zweck  und

1)  Dohm  1IV.  320.