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durch  vermehrt  sich  die  Bevölkerung,  wird  das  Geld  im  Lande
erhalten,  und  wenn  die  Nachbaren  von  uns  kaufen,  fremdes  Geld
hereingebracht.  Freilich,  wenn  die  Nachbaren  von  uns  kaufen.

Die  einzigen  Fabriken,  1)  die  von  Alters  her  geblüht  hatten,
die  auch  noch  unter  Friedrich  II.,  wenn  auch  minder  lebenskräftig
fortbestanden,  die  einzigen,  die  Geld  ins  Land  zogen  und  niemals
Unterstützung  erhielten,  waren  die  Leinenwebereien  in  Schlesien
und  Westfalen,  in  geringerem  Maße  auch  die  metallischen  Fabriken,
die  Wollenmanufakturen  in  der  Mark,  in  Magdeburg  und  Schlesien.
Sie  erhielten  weder  Unterstützung,  noch  verlangten  sie  dieselben.
Sie  waren  zufrieden,  wenn  der  Staat  den  Grundsatz  befolgte  sich
nur  nicht  um  sie  zu  bekümmern.  Sie  konnten  nicht  immer  das
erlangen;  denn  der  Staat,  der  für  sie  sorgen  zu  müssen  vermeinte,
verbot  in  ihrem  Interesse  die  Ausfuhr  des  Garnes.  Der  Rückschlag
  auf  die  Production  des  Flachses  ward  sofort  fühlbar;  doch
war  das  Gewerbe  ein  zu  gesundes,  als  daß  es  dadurch  gelähmt
werden  konnte.

Die  neu  errichteten  Fabriken  dagegen,  welche  dem  Staate  unermeßliche
  Summen  kosteten,  brachten  diese  Kosten  nicht  wieder.
Es  gab  kaum  ein  Produkt  der  Natur  und  Kunst,  welches  nicht  der
König  im  eigenen  Lande  erzeugen  zu  können  vermeinte,  damit  nicht
das  Geld  nach  auswärts  ginge.  Immerhin  hätte,  wer  da  wollte,
diesen  Versuch  machen  können;  aber  der  König  war  bereit  mit
Belohnungen  und  was  schlimmer  war  —  mit  Verboten.  Die
Schwindler  kannten  ihn  und  speculirten  auf  ihn.  Ein  Beispiel
statt  aller  mag  genügen.

Im  Jahre  1765  kam  ein  Uhrmacher  Huguenin  aus  Genf  nach
Potsdam,  und  bot  zum  neuen  Palais  die  Lieferung  einiger  Uhren
an.2:)  Er  erbot  sich  in  Berlin  mit  Vorschuß  des  Königs  eine
Uhrenfabrik  zu  errichten,  zu  welcher  er  die  Arbeiter  aus  Genf  und

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1)  Dohm  IV.  407.  —  2)  Allg.  deutsche  Bibliothek  105.  S.  81.