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Gerücht  mehrte  sich,  und  bald  ward  es  offenkundig,  daß  es  in  der
That  begründet  war.  Der  König  setzte  die  Compagnie  in  Kenntnis,
  daß  er  dem  Paul  Hanssen  aufgetragen  sich  mit  jener  zu  verständigen.
  Die  Actionäre  stutzten.  Wer  war  Paul  Hanssen?  Er
war  nicht  in  Emden  und  nie  dort  gewesen.  Niemand  wußte  von
ihm,  Niemand  kannte  den  Namen.  In  jedem  Falle  war  das  Verfahren
  wider  die  ausdrückliche  Zusicherung  in  der  Octroi  der  Compagnie.
  Das  Mistrauen  stieg  empor.  Die  Zeichnungen  der  Actien
stockten.  Die  bereits  gezeichneten  wurden  gekündigt.  Die  Compagnie
  löste  sich  auf.  Von  Paul  Hanssen  hat  man  niemals  wieder
ein  Wort  vernommen.

Die  Sache  ist  räthselhaft;  dennoch  liegt  die  Auflösung  nicht
sehr  fern.  Die  wahrscheinliche  Annahme  nämlich  ist,  daß  die  holländisch
  -ostindische  Compagnie  dem  Könige  Friedrich  II.  diesen
Streich  gespielt  habe.  Wenn  diese  Vermuthung  begründet  ist,  so
muß  anerkannt  werden,  daß  das  Spiel  meisterlich  auf  die  mitwirkenden
  Personen  berechnet  und  darum  vollständig  gelungen  ist.

Wenn  auch  in  diesem  Falle  die  Erwerblust  des  Königs  die
Sache  scheitern  machte:  so  gelangen  ihm  andere,  schlimmere  Monopole
  um  so  viel  besser.  Eins  derselben  war  schon  von  früher
her  in  seiner  Hand:  er  hatte  es  nur  noch  weiter  auszubeuten.  In
sehr  vielen  Staaten  ist  der  Fiscus  schon  früh  auf  den  Gedanken
gekommen  sich  das  Monopol  des  Salzes  anzueignen.  1)  Mithin
mußte  der  Staat  auch  die  Erzeugungskosten  übernehmen.  Nun  ist
es  notorisch,  daß  die  Staatsgewalt  überall  und  jederzeit  ein
schlechter  Fabrikant,  ein  schlechter  Kaufmann  ist,  der  bei  freier
Concurrenz  mit  der  Privatthätigkeit  unabwendbar  von  dieser  überrannt
  wird.  Die  Tonne  Salz  kostete  dem  Könige  von  Preußen
nach  Abzug  aller  Unkosten  16  Thlr.  Wir  haben  Grund  anzunehmen,
  daß  sie  der  Privatthätigkeit  nicht  so  theuer  gekommen

1)  Mir.  u.  Mauv.  II.  287.  ff.