318

wäre.  Aber  damit  der  Staat  Nutzen  davon  hatte,  mußte  die
Tonne  Salz  theuer  verkauft  werden.  Es  geschah.  Man  setzte  sie
auf  68  bis  70  Thlr.  Mithin  zog  der  Staat  von  dem  nothwendigen
  Lebensbedürfnisse  eines  jeden  Menschen,  des  Armen  wie
des  Reichen,  das  4⅛  fache  der  eigenen  Auslage,  oder  nach  Abzug
der  Herstellungskosten  einen  Reingewinn  von  325  Prozent.  Demgemäß
  hätte  die  Regierung  sich  nicht  gegen  den  Schleichhandel
schützen  können.  Allein  man  fing  das  schlau  an.  Salz  ist  nothwendig.
  Jeder  Mensch  verbraucht  Salz.  Deshalb  befahl  der  König
Friedrich  II.,  daß  jedes  menschliche  Wesen  in  seinen  Staaten,  das
über  9  Jahr  alt  sei,  vier  Metzen  Salz  jährlich  verzehren  müsse.
Wenn  es  nicht  verbraucht  ward,  so  mußte  es  doch  gekauft  werden.
Jeder  Hausvater  mußte  sich  durch  ein  Salzbuch  darüber  ausweiseèn.
Wo  nicht:  so  wurde  er  mit  einer  Geldbuße  belegt.  Ebenso  ward
der  Verbrauch  für  das  Vieh  geregelt.  Aber  es  gab  Gewerbe,  die
mehr  verbrauchten.  Diesen  Verbrauch  bestimmte  der  Inspektor
nach  einem  billigen  Ueberschlage.  Man  ahnt  leicht,  was  da  vorgehen
  mochte.

In  ähnlicher  Weise  zog  der  König  verschiedene  Genußmittel
heran,  die  ursprünglich  als  Gegenstände  des  Luxus  betrachtet,  sich
nach  und  nach  in  die  Lebensgewohnheiten  der  Menschen  eingebürgert
  hatten.  Seit  dem  dreißigjährigen  Kriege  verbreitete  sich  der
Taback.  Verschiedene  Regierungen  säumten  nicht  sich  dieses  Genußmittel
  als  eine  Quelle  des  Einkommens  zu  Nutze  zu  machen.  Dies
geschah  in  den  meisten  Staaten  von  Anfang  an,  als  dieses  Kraut
eingeführt  ward.  Dort  aber,  wo  der  Taback  ein  freier  Handelsartikel
  war,  hatte  sich  allmälig  die  Existenz  vieler  Menschen  damit
  verknüpft.  Im  Jahre  1765  kam  ein  Franzose  Rubeaud,  der
in  Marseille  Bankerott  gemacht  hatte,  nach  Berlin,  und  erbot  sich
dem  Könige  eine  Million  für  die  Tabackspacht  zu  zahlen.  Mit
ihm  vereinte  sich  der  Italiener  Calzabigi,  der  damals  eine  andere
Finanzquelle  für  den  König  mit  dem  Lotto  eröffnet  hatte.  Da