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Um  die  Möglichkeit  des  Vorwurfes  zu  vermeiden,  als  wollten
wir  den  Bericht  der  Thatsachen  subjectiv  färben,  ziehen  wir  es
vor  den  Eindruck,  den  die  Nachricht  von  diesem  Plane  des  Königs
machte,  zu  erzählen  mit  den  Worten  eines  begeisterten  Zeitgenossen
und  Anhängers  des  Königs.

Vielleicht,  sagt  Dohm,  1)  ist  kein  Gedanke  Friedrichs  je  für
sein  Land  verderblicher  gewesen,  und  wir  glauben  die  Periode,  wo
die  Ausführung  desselben  begann,  als  die  traurigste  der  Regierung
des  Königs  ansehen  zu  können.  Zuverlässige  Männer,  die  dies
erlebten,  haben  uns  den  furchtbaren  Eindruck  nicht  stark  genug
schildern  können,  als  die  anfangs  kaum  geglaubte,  aber  bald  als
wahr  sich  bewährende  Nachricht  erscholl:  es  sollten  ganz  ungewohnte,
  harte  Abgaben  eingeführt  und  dieselben  durch  eine  solche
Beschränkung  aller  natürlichen  Freiheit,  und  durch  einen  solchen
Zwang  bei  den  unschuldigsten  Handlungen  beigetrieben  werden,
daß  der  König  sich  nicht  getraue  hierbei  eigene  Unterthanen  zu
gebrauchen,  weil  er  bei  ihnen  zu  viel  menschliches  Gefühl  voraussetze,
  sondern  unbarmherzige  Fremdlinge  kommen  lasse,  denen  er
sein  Volk  zur  grausamsten  Mishandlung  überliefere,  denen  er  dafür
  zum  Lohne  erlauben  wolle  sich  mit  dessen  Schweiße  zu  bereichern.
  Dieser  erklärte  königliche  Wille  empörte  alle  Gemüther,
und  raubte  dem  Könige  selbst  einen  guten  Theil  der  Liebe  und
Achtung  seiner  Unterthanen,  deren  er  bisher  in  so  hohem  Grade
genossen  hatte,  und  die  durch  die  Wunderthaten  des  siebenjährigen
Krieges  bis  zur  höchsten  Bewunderung  und  zärtlichsten  Anhänglichkeit
  erhoben  waren.  Viele  Unterthanen  sahen  in  ihm  von  nun
an  nicht  mehr  den  gütigen  Landesvater,  sondern  einen  durch  den
langen  blutigen  Krieg  abgehärteten  Tyrannen,  der  immer  auf
neue  Entwürfe  der  Vergrößerung  sinne,  und  nun  das
zu  deren  Ausführung  nöthige  Geld  von  seinem  Volke
durch  Fremde  erpressen  lassen  wolle.

1)  Dohm  IV.  512.