Siebzehnter  Abschnitt.

Unter  solchen  Umständen  tritt  mit  gewichtigem  Nachdrucke  an
uns  die  Frage  heran:  ob  denn  der  König  Friedrich  II.  nichts
wußte  von  all  diesem  Jammer  und  Leid,  welches  in  Folge  seiner
Finanzmaßregeln  über  die  Menschen  kam,  ob  denn  nicht  einmal
Jemand  den  Muth  hatte  ihm  die  wahre  Lage  der  Dinge  vor  Augen
zu  stellen.

Im  Laufe  des  Jahres  1766  mehrten  sich  rasch  die  Klagen
über  den  Verfall  des  Handels  und  der  Gewerbe.  1)  Der  König
fand  die  Ursache  darin,  daß  bei  Zahlungsunfähigkeit  den  Kaufleuten
  zu  viele  Nachsicht  bewiesen  würde.  Der  Minister  Jariges
vertheidigte  dies  Verfahren  der  Gerichte,  und  bat  den  König  lieber
die  Ursachen  gründlich  untersuchen  zu  lassen.  Der  König  erwiederte,
  daß  ihm  diese  Ursachen  hinlänglich  bekannt  seien.  Er  führt
dies  und  jenes  an.  Die  Kaufleute  hätten  bei  der  Errichtung  der
Bank  ihre  Rechnung  dabei  nicht  zu  finden  geglaubt,  und  deshalb
mehr  als  eine  Million  baaren  Geldes  außer  Landes  geschickt.  Die
Kaufleute  seien  aus  Caprice  gegen  seine  neuen  Einrichtungen,  und
verschrieen  dieselben.  Das  alles  wisse  er  sehr  wohl,  und  deshalb
könne  eine  Untersuchung  keinen  Nutzen  bringen.  Der  König  hatte
bereits  im  siebenjährigen  Kriege  Gelegenheit  gehabt  zu  erfahren,

1)  Preuß:  Urkundenbuch  III.  S6.