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Elbing,  Memel  und  Braunsberg  dafür  schadlos  gehalten  würden,
versprach  ihnen  der  König  den  ausschließlichen  Verkauf  alles  Garnes,
des  Leinens,  der  Pottasche,  des  Lein=  und  Hanfsamens,  des  Wachses
  aus  dem  Fürstenthum  Ermeland.  Die  Frage,  ob  denn  die
unglücklichen  Produzenten  hier  etwas  verbrochen  hatten,  daß  der
König  auf  ihre  Kosten  Andere  entschädigen  wollte,  scheint  nicht
aufgeworfen  zu  sein.  Indessen  auch  die  Freude  der  Kaufleute,
wenn  anders  sie  eine  solche  hatten,  über  die  Entschädigung  war  kurz.

Am  14.  October  desselben  Jahres,  also  11  Tage  später,  stiftete
derselbe  König  Friedrich  II.  die  Seehandlungs-Gesellschaft.  Sie
sollte  gegründet  sein  auf  2400  Actien  zu  je  500  Thaler.  Sieben
Achtel  der  Actien  nahm  sofort  der  König  für  eigene  Rechnung,
ein  Achtel  verblieb  für  Andere.  Diese  Gesellschaft  soll  den  ausschließlichen
  Handel  mit  allem  Seesalze  haben,  und  das  Stapelrecht
  auf  alles  Wachs,  zehn  Meilen  weit  von  der  Weichsel  auf
preußischem  Grunde  und  Boden.  Die  Stapelplätze  sind  Bromberg
  und  Fordon.  Dahin  muß  alles  Wachs  geschafft  werden.
Können  die  Verkäufer  sich  mit  der  Seehandlung  nicht  einen,  so
dürfen  sie  nach  fünf  Tagen  mit  ihrer  Waare  wieder  wegziehen,
nicht  jedoch  zunächst  und  sogleich  zum  Verkaufen  an  einem  anderen
Platze,  sondern  erst  wieder  nach  dem  Ursprungsorte.  —  Bei  solcher
Quälerei  fühlt  man  sich  fast  versucht  zu  fragen:  warum  nahm  der
große  König  den  armen  Leuten  nicht  etwa  die  Hälfte  ihres  Vorrathes
  unentgeltlich  ab  und  bezahlte  die  andere  Hälfte?  Es  wäre
wenigstens  kürzer  gewesen.

Allein  eben  diesen  selben  ausschließenden  Handel  mit  Wachs
hatte  ja  der  König  11  Tage  vorher  an  die  Kaufleute  der  vier
preußischen  Seestädte  verliehen.  Allerdings,  das  hatte  er.  Aber
nun  nahm  er  es  wieder?  Auch  das  that  er.  Wollte  vielleicht  Jemand
  darüber  räsonniren  und  dabei  das  Beispiel  des  geheimen
Finanzrathes  Ursinus  vergessen,  der  damals,  wenn  er  noch  nicht
dem  Grame  erlegen  war,  fleißig  in  Spandau  die  Karre  schob?