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Haltung  und  Fruchtbarkeit.  „Was  den  letzten  Punkt  betrifft,“  fügt
er  hinzu:  „so  muß  man  sich  auf  die  Wahrscheinlichkeit  verlassen;
denn  Erfahrungen  über  einen  so  zarten  Gegenstand  zu  machen,
dürfte  nicht  rathsam  sein.“  Aber  die  Landgräfin  muß  mit  ihren
drei  Töchtern  nach  Petersburg  reisen,  damit  der  Großfürst  Paul
dort  die  Auswahl  habe.  Mithin  muß  die  Sache  so  eingefädelt
werden,  daß  das  Alles  mit  dem  erforderlichen,  wenigstens  dem
äußeren  Anstande  geschehe.  Die  Dame  zagt  vor  einer  solchen
Reise.  Der  König  ermuthigt  sie.  „Ich  habe  dann  zwei  Epochen
zu  genießen:  diejenige  Ihres  Durchzuges  beim  Kommen,  und  diejenige
  Ihrer  Rückkehr.  „Das,“  wiederholt  er  ihr,  „wird  mein
Kuppelpelz  sein.“1!)  Die  Landgräfin  entschließt  sich,  und  der  König
bestreitet  die  Kosten  der  Reise  bis  zu  den  russischen  Fregatten,
welche  bei  Stettin  die  Mutter  mit  den  drei  Töchtern  aufnehmen.
Am  26.  August  1773  ward  die  Darmstädter  Prinzessin  Wilhelmine
russische  Großfürstin  Natalie  Alexiewna.

Die  Freundschaft  war  also  durch  ein  neues  Band  befestigt.
Aber  auch  der  Prinz  Heinrich  mußte  das  Seinige  thun.  Der
König  spornt  ihn  beständig.?)  „Sie,  mein  lieber  Bruder,  sind  im
Stande  das  gute  Verständnis  zwischen  Rußland  und  Preußen  zu
erhalten  und  dadurch  unserem  Vaterlande  die  größten  Dienste  zu
erweisen,  die  in  der  Macht  eines  Prinzen  unseres  Hauses  find."“
Die  Kaiserin  Katharine  wünscht  im  Juli  1775  den  Prinzen  Heinrich
  wieder  in  Petersburg  zu  sehen.  „Wenn  Sie  diese  Gefälligkeit
ausschlügen,“  sagt  der  König:  „so  wäre  das  ein  Bruch  mit  ihr,
und  Sie  wissen,  mein  lieber  Bruder,  wie  die  Inder  sagen:  man
muß  den  Teufel  anbeten,  um  ihn  zu  hindern  zu  schaden.“

Mithin  war  die  Furcht  ein  wesentliches  Motiv  zu  dieser  Devotion?
  Da  die  Politik  Friedrichs  eine  so  rein  persönliche,  niemals
durch  den  Rath  Anderer  oder  das  wahre  Interesse  des  Volkes

1)  a.  a.  O.  p.  149.  —  2)  Oeuv.  XXVI  368.