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War  er  denn  dieses  Bündnisses  und  der  Dankbarkeit  der
Czarin  für  seine  getreuen  Dienste  länger  sicher,  als  sie  diese  Dienste
brauchte?  Es  dämmert  auch  damals  schon  zuweilen  in  ihm
die  Besorgnis  auf,  daß  man,  nachdem  man  einstweilen  ihn  benutzt,
  wozu  er  gut  war,  ihn  gelegentlich  sehr  derb  erinnern  könne,
wie  hoch  man  seinen  Ruhm  und  seine  Machtstellung  anschlage.
Am  3.  Dzbr.  1776  schreibt  er  seinem  Bruder  das  ängstliche  Wort:
„Uebrigens  gestehe  ich,  daß  ich  mich  nicht  sehr  auf  die  russische
Politik  verlasse,  die  dem  leichtfertigen  und  wenig  folgerechten  Geiste
dieser  Nation  unterworfen  ist.  Ihre  Monarchie  ist  so  mächtig,
daß  sie  keiner  Verbündeten  bedarf.  Es  ist  mehr  eine  Miene  des
Großthuns,  daß  sie  mit  anderen  Staaten  Bündnisse  eingehen,  als
das  Bedürfnis  ihrer  Vertheidigung.  Deshalb  werden  sie  immer
gesucht  sein  und  Niemandem  entgegen  kommen.“

Um  desto  mehr  mußte  er  entgegenkommen.  Einstweilen  jedoch
war  die  Besorgniß  ungegründet.  Die  Czarin  hatte  durch  ihn  noch
nicht  alles  erlangt,  was  sie  wünschte.  Sie  ließ  sich  zur  selben
Zeit  abermals  bewegen  auf  die  Bitten  des  Königs  das  Bündnis
mit  ihm  für  acht  Jahre  zu  erneuern.  Nur  verlangte  sie  Geheimhaltung
  des  Bundes  vor  Oestreich,  weil  sie  den  Wiener  Hof  nicht
reizen  wollte.  Der  Muth  des  Königs  stieg  wieder  empor.  „Mein
Plan  ist,“  meldet  er  im  April  1777,1)  „so  eng  wie  möglich  verbündet
  zu  sein  mit  Rußland,  zu  wachen  über  die  kleinen,  wie  über
die  großen  Schritte  des  Hofes  von  Wien,  und  mit  allen  Mächten
so  viel  wie  möglich  gut  zu  stehen,  so  daß  wenn  die  Conjuncturen
uns  zu  verbünden  nöthigen,  man  im  Stande  ist  eine  Unterhandlung
  zu  beginnen.  Das  ist  mir  in  Frankreich  geglückt.  Sie  haben
Tott  nach  der  Türkei  gesandt,  um  diese  zu  beruhigen  zum  Frieden
mit  Rußland.  Sie  haben  mich  wieder  von  den  Verleumdungen
in  Kenntnis  gesetzt,  welche  die  Oestreicher  bei  ihnen  vorgebracht.

1)  a.  a.  O.  p.  391.