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Friedensstiftung  herbeiführen  könnten.  Was  meine  Meinung  betrifft,
  mein  Bruder,  so  habe  ich  sie  nicht  verhehlt.  Ich  habe
Ihnen  gesagt,  ein  Krieg  mit  der  Hülfe  mehrer  Verbündeter  unternommen,
  könne  den  wünschenswerthen  Erfolg  haben,  daß  Oestreich
auf  Bayern  Verzicht  leiste,  während  ein  Krieg  mit  gleichen  Kräften
angefangen  nichts  erzielt.  Alle  meine  Hoffnungen  und  Wünsche
beschränken  sich  darauf,  daß  Sie  glücklich  aus  diesem  Labyrinthe
hervorgehen  mögen.  Wenn  ich  nicht  auf  Frankreich  hoffte:  so
würde  ich  viel  besorgen,  nicht  gerade  Unglück  für  diesen  Staat;
aber  ich  betrachte  einen  Krieg  als  sehr  unglücklich,  aus  welchem
Sie  hervorgehen  würden  ohne  die  geringsten  Vortheile,  nach  welchem
  ferner  Oestreich  im  Besitze  Bayerns  bleiben  würde.“

Wie  konnten  solche  Einreden  etwas  vermögen  auf  den  Sinn
des  Königs?  Zur  Antwort  meldet  Friedrich  am  18.  März:  nachdem
  er  die  letzten  Nachrichten  von  Wien  empfangen,  lasse  er  Pferde
kaufen.  Der  Krieg  sei  gewis.  Der  Prinz  Heinrich  dagegen  bot
ihm  eine  Wette  an,  daß  Oestreich  nur  sich  vertheidigen  würde.  Der
König  veränderte  dieselbe  zu  Heinrichs  Gunsten,  mit  der  Behauptung,
  daß  die  Oestreicher  ihn  angreifen  würden,  sobald  er  in
Schlesien  wäre.  Sollte  er  selbst  das  geglaubt  haben?  —  Der
Prinz  Heinrich  läßt  nicht  nach  in  dem  ehrenwerthen  Streben  dem
Könige  abermals  und  immer  wieder  den  Frieden  ans  Herz  zu
legen.  1)  „Obgleich  wir  noch  nicht  völlig  auf  den  Punkt  gekommen
sind,“  sagt  er  am  29.  März  1778,  „wo  alle  vernünftigen  Gründe
aufhören:  so  sehe  ich  doch,  daß  in  kurzem  alles  was  ein  Staat
Kostbares  hat,  dem  Zufalle  preisgegeben  sein  wird:  Wohlstand,
Leben,  Ehre,  Ruhm,  die  Sicherheit  der  menschlichen  Gesellschaft.“
Friedrich,  ohne  die  eigentliche  Absicht  des  Bruders  verstehen  zu
wollen,  nennt  die  Ansichten  desselben  düster.  Heinrich  lehnt  ab,
und  spricht  deutlicher.  „Meine  Ansicht  würde  düster  sein,“  sagt  er,

1)  a.  a.  O.  p.  413.  29.  März  1778.