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Versprechen  nur  gegeben,  weil  doch  die  Ostfriesen  sich  nicht  zu  Soldaten
  eigneten.  Dennoch  scheint  der  König  in  späteren  Jahren  die
Versprechungen  dieser  Art  bereut  zu  haben.  Er  versuchte  sie  auf
andere  Art  illusorisch  zu  machen.  Es  ward  in  Westfalen  eine  sogenannte
  freiwillige  Werbung  versucht.  Sie  mislang  völlig.  „Einem
Tecklenburger,“  also  berichtetc  ein  dieses  Landes  kundiger  preußischer
Beamter  )  zwei  Jahre  nach  dem  Tode  des  Königs,  „kann  es  nicht
so  elend  in  der  Welt  gehen,  daß  er  preußische  Kriegsdienste  nehme,
und  wenn  er  gezwungen  wird,  so  stirbt  er  vor  Verdruß  und  Heimweh.“
  Indessen  Friedrich  II.  wußte  die  Tecklenburger  und  die  anderen
  Unterthanen  in  Westfalen  zu  finden.  Als  er  im  Winter
1778  zum  vierten  Male  den  Krieg  beschloß,  gebot  er,  daß  die  westfälischen
  Provinzen  1265  Trainknechte  liefern  sollten.  Auf  diese
Weise  konnte  er  den  unvermeidlichen  Klagen,  die  nachher  einlaufen
würden,  immer  erwiedern,  daß  er  keine  eigentlichen  Soldaten  verlangt
  oder  genommen  habe.  Die  Klagen  konnten  nur  nachher
einlaufen,  nicht  vorher,  weil  nur  die  Behörden  den  Bescheid  erhielten.
  Dies  mochte  nöthig  sein,  damit  die  Ausführung  des  Befehles
  Menschen  vorfände,  die  genommen  werden  könnten.  Man
hielt  also  die  Sache  geheim  und  bereitete  in  der  Stille  die  nöthigen
  Maßregeln  vor.  Alsdann  machten  sich  in  der  Grafschaft
Tecklenburg  die  Untervögte  und  dergleichen  Leute,  die  im  Geheimnisse
  waren,  mitten  in  der  Nacht  auf,  ergriffen  die  Unglücklichen
in  ihren  Betten  und  schleppten  sie  fort.

In  Ostfriesland  war  die  bestimmte  Zahl  von  424  solcher
Knechte  zu  groß,  als  daß  man  sie  heimlich  aus  den  Betten  abholen
  durfte.  Hier  ward  die  Sache  anders  eingerichtet.  ')  Bon
den  Behörden  aus  erging  das  Gerücht,  daß  der  König  allerlei
Arbeiten  in  Emden  vornehmen  lassen  wollte.  Die  Kriegs=  und

1)  Holsche:  hist.  top.  statisttsche  Beschreibung  der  Grafschaft  Tecklenburg.  p.
143.  —  2)  Wiarda:  Geschichte  Ostfrieslands  IX  151.