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thuung,  und  gab  dem  englischen  Gesandten  Harris  einen  Wink,
daß  sie  im  Falle  der  Verweigerung  bereit  sei  mit  England  am
Kriege  Theil  zu  nehmen.  Sofort  begann  in  Kronstadt  die  Ausrüstung
  von  15  Linienschiffen  und  6  Fregatten.  In  England  war
große  Freude,  und  der  russische  Fürst  Potemkin  erhielt  50,000  Pfd.
Sterling.  Allein  anders  dachte  der  russische  Reichskanzler  Panin.
Er  war  weit  davon  entfernt  den  Zorn  der  Kaiserin  gegen  Spanien
zu  schwächen.  Vielmehr  fachte  er  denselben  an.  Aber  er  stellte
der  Kaiserin  noch  ein  anderes,  ein  höheres  Ziel  vor  Augen.  Nicht
bloß  die  Genugthnung  für  den  einzelnen  Fall  müsse  ihr  Zweck
sein,  sondern  es  entspreche  ihrer  Würde  und  Hoheit  das  Recht  ihrer
neutralen  Unterthanen  vor  ganz  Eurepa  einmal  für  immkt  sicher
zu  stellen.  Das  auch  für  sich  zu  erlangen,  sei  schon  läugst  der
sehnliche  Wunsch  aller  Völker,  und  die  Erfüllung  bis  dahin  nicht
zelungen,  weil  die  Macht  nicht  mit  Weisheit  und  Menschenliebe
vereinigt  gewesen  sei.  Wenn  die  Kaiserin  eine  Aufforderung  an
die  Regierungen  ergehen  lasse,  welche  am  Kriege  nicht  betheiligt
seien:  so  würden  sie  sämmtlich  sich  beeilen  ihr  beizutreten,  und
dann  sei  der  Bund  stark  genug  seine  Feststellungen  zum  Gesetze
des  Meeres  zu  machen.  Fortan  werde  man  Katharine  nennen  als
die  Wohlthäterin  der  Völker  und  des  menschlichen  Geschlechtes.
Eine  so  lockende  Aussicht  schmeichelte  dem  Ehrgeize  der  Kaiserin.
Dagegen  hütete  sich  Panin  sehr  es  ihr  klar  zu  machen,  daß  ein
solcher  Bund  hauptsächlich  oder  nur  gegen  ihre  Freunde,  die  Engländer
  gerichtet  sei.  Als  geborene  Deutsche  aus  dem  Inlande,  wo
regierende  Herren  sowohl  wie  Unterthanen  bis  auf  den  heutigen
Tag  über  die  Seeränber-Politik  Englands  gunz  verworrene  Begriffe
  zu  haben  pflegen,  weil  sie  davon  nicht  unmittelbar  leiden,
mochte  auch  Katharine  II.  damals  noch  von  englischer  Großmuth
und  Edelsinn  und  dergleichen  schönen  Dingen  träumen.  )  Sie

1)  Ueber  englisches  Verfahren  jener  Zeit  versl.  man  Schloͤzers  Briefwechsel
Heft  38  p.  92  fl.  Heft  43  p.  61  ff.