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daß  Gaffron  aus  Vorsatz  oder  Unvorsichtigkeit  gegen  Rußlands
Interesse  gearbeitet.  Der  König  legte  der  Czarin  die  Beweise  vor,
daß  sein  Geschäftsträger  unschuldig  sei,  verurtheilte  den  Unglücklichen
  aber  dennoch,  um  der  Czarin  Genüge  zu  thun,  zum  Festungsarrest
  auf  unbestimmte  Zeit.

Was  konnte  das  alles  helfen?  „Der  Friede  zwischen  Russen
und  Türken  ist  gezeichnet,“  meldet  Friedrich.  )  „Jetzt  wird  die  Allherrscherin
  der  Vorsehung  selbst  nicht  mehr  weichen:  sie  wird  von
der  Höhe  ihres  Thrones  herab  den  Potentaten  der  Erde  despotische
Gesetze  geben.“  Zunächst  gab  sie  nur  Gesetze  gegen  ihn.  Sie
wandte  gegen  ihn  dasselbe  Verfahren  an,  welches  er  längst  gegen
alle  seine  Nachbaren  im  deutschen  Reiche  angewandt.  Er  hatte  die
Einfuhr  von  480—490  Artikeln  in  seine  Länder  verboten,  um  seine
Unterthanen  zu  veranlassen  sie  selbst  zu  machen.  Er  war  mächtig:  die
Nachbaren  waren  schwach.  Aber  der  Czarin  gegenüber  war  er  schwach,
und  sie  war  mächtig.  Demgemäß  handelte  auch  sie.  „Diese  große
Allesherrscherin,“  also  klagt  er  seinem  Bruder,  „hat,  um  völlig  die
Erniedrigung  einer  Verbindung  mit  den  deutschen  Fürsten  auszutilgen,
  so  eben  allen  preußischen  Handel  dahin  verboten  durch
eine  gnädige  Steuer  von  50  Prozent  auf  alle  unsere  Waaren.
Mein  Herz  ist  von  Dankbarkeit  durchdrungen  für  alle  ausgezeichnete
  Gunst,  welche  ich  von  der  Allherrscherin  empfangen,  und  ich
sehe  mich  genöthigt  mein  Glück  anderswo  zu  suchen.  Sie  erkennen,
  mein  lieber  Bruder,  mit  welchem  Geschicke  sie  sich  von
ihren  alten  Anbetern  losmacht.  Sie  sehen,  daß  ihre  Sanftmuth,
ihre  Höflichkeit,  und  ihre  guten  Sitten  sie  in  den  Augen  ihrer
Feinde  selbst  vergöttern  müssen.  Ich  sage  nichts  mehr  über  diesen
Gegenstand.  Ich  fühle  meine  Demüthigung,  und  erkenne  an,  daß
ein  Grashalm  sich  nicht  beklagen  darf,  wenn  ein  fallender  Eichenast
  es  zerschmettert.“

1)  Oeuv.  XXVI  501.