Bwanzigster  Abschnitt.

Friedrich  II.  hatte  den  bayerischen  Erbfolgekrieg  unternommen
im  Vertrauen  auf  kräftige  Unterstützung,  wenn  nicht  von  Frankreich,
  so  doch  von  Rußland.  Eben  darum  waren  aller  Wahrscheinlichkeit
  nach  seine  Plane  weiter  hinausgegangen,  als  auf  die
Hinderung  von  Josephs  Entwürfen  auf  Bayern.  Er  begnügte
sich  mit  dem  Ausgange  des  Krieges,  wie  Rußland  denselben  gebot,
weil  bei  der  damaligen  Lage  der  Dinge  ein  Mehr  nicht  zu  erreichen
  war.  Er  lobte  die  Russen  öffentlich,  im  Geheimen  verhehlte
  er  seinen  Unmuth  nicht,  daß  sie  nicht  gethan,  was  er  gehofft.
  Und  dennoch  brachte  ihm  gerade  dieser  Ausgang  durch  den
Teschener  Frieden  auf  der  anderen  Seite  großen  Nutzen.  Es  ließ
sich  den  deutschen  Fürstenhäusern  gegenüber  diesem  Ausgange  der
Schein  abgewinnen,  als  habe  Friedrich  nur  zur  Erhaltung  des
Bestehenden  die  Waffen  ergriffen,  als  sei  der  Kaiser  Joseph  II.
das  Triebrad  der  Unruhe,  als  arbeite  nur  Joseph  II.  an  der  Vergrößerung
  seiner  Macht.

Wir  reden  nicht  von  der  deutschen  Nation,  weil  sich  von  einer
solchen  damals  kaum  reden  läßt.  In  dem  deutschen  Mittelstande
war  das  deutsche  Nationalgefühl  fast  völlig  regungslos,  und  erstarrte
  selbst  noch  mehr,  bis  erst  die  Gewalt  des  Westens  es  aus
dem  tiefen  Schlummer  rüttelte.  Es  gab  nur  ein,  wie  es  scheinen
könnte,  höheres  Interesse,  welches  auch  den  Mittelstand  der  deutschen