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Umstände  erforderten  nicht  die  Wahl  eines  Coadjutors,  daß  er
aber  dann,  wenn  dennoch  diese  Frage  bejaht  wurde,  selber  als
Bewerber  aufzutreten  gedachte.  Es  war,  wie  man  sieht,  lediglich
die  zufällige  Verbindung  der  Dinge,  daß  der  König  von  Preußen
die  Wahl.  Fürstenbergs  befürwortete.  Allein  auf  der  anderen  Seite
wirkte  in  Muͤnster  dieselbe  Besorgnis,  wie  in  Koͤln.  Man  dachte
sich,  weil  Fürstenberg  dem  Könige  von  Preußen  genehm  sei,  eine
engere  Verbindung  zwischen  beiden,  als  sie  der  Natur  der  Sache
nach  statt  haben  konnte.  Man  durfte  hoffen,  daß  ein  Erzherzog
dem  Lande  Schutz  gegen  die  Abhängigkeit  von  Preußen  zu  geben
vermöge,  die  unter  einem  minder  mächtigen  Fürsten  noch  höher
steigen  würde,  als  bisher,  die  gerade  unter  Fürstenberg  unabwendbar
  sei.  Holland  und  England-Hannover  dagegen  hielten  in
der  Frage  der  Wahl  zu  Preußen.  Sie  wünschten  nicht,  daß  das
Kaiserhaus  so  weit  nordwärts  seine  Macht  ausstrecke.  Die  drei
Mächte  wandten  bedeutende  Geldmittel  an.  Es  half  nicht  mehr.
Die  Mehrheit  des  Kapitels  war  für  den  Erzherzog  Maximilian.
Abermals  war  es  hier  der  General  Wolfersdorf,  welcher  den
Neigungen  den  letzten  Nachschub  gab.  Die  preußischen  Civilbevollmächtigten
  hatten  nur  zu  Abmahnungen  Auftrag.  Sie  legten
ihrem  Könige  dar,  daß  solche  halbe  Maßregeln  keine  Frucht  tragen
konnten.  Es  half  nichts.  1)  Wolfersdorf  handelte  anders.  Er
deutete  an,  daß  der  König  die  Wahl  des  Erzherzoges  nie  zugeben,
daß  er  ihr  eher  mit  Gewalt  sich  widersetzen  werde.  Er  that,  als
sei  er  für  diesen  Fall  mit  Befehlen  ausgerüstet.  Er  ließ  sein
Regiment  von  Hamm  an  die  Münstersche  Grenze  vorrücken.  Er
ließ  die  Wege  untersuchen  und  ausbessern.  Er  kam  persönlich  nach
Münster.  Obwohl  die  preußischen  Geschäftsmänner  dort  wußten,
daß  es  keineswegs  die  Absicht  des  Königs  sei  bis  zum  Aeußersten
zu  schreiten:  so  gab  Wolfersdorf  doch  ein  anderes  zu  erkennen.

1)  Dohm  I.  354.  367.